Ausbildung

Das Interesse am Handwerk im Landkreis Heidenheim ist gewachsen

Im Landkreis Heidenheim haben sich im vergangenen Jahr mehr Jugendliche für eine handwerkliche Ausbildung entschieden als im Vorjahr. Trotzdem gibt es noch offene Lehrstellen.

Die Handwerkskammer Ulm hat die jüngsten Ausbildungszahlen vermeldet: Im vergangenen Jahr haben sich im Landkreis Heidenheim 244 Jugendliche für eine handwerkliche Ausbildung entschieden, im September 2024 waren es 203. Zum Stand 31. Dezember 2025 waren 23 Lehrstellen noch offen. Im gesamten Gebiet der Handwerkskammer, das sich von der Ostalb bis zum Bodensee erstreckt, sind es 2848 neue Auszubildende.

Die Ausbildungszahlen sind damit im Vergleich zum Jahresende 2024 um gut zwei Prozent gestiegen: 2025 haben 62 Azubis mehr eine Ausbildung in einem Handwerksbetrieb der Region gestartet. Die Quote der Abiturienten sank hingegen leicht von 17,5 auf 16 Prozent aller Azubis im Handwerk. Der Anteil der weiblichen Auszubildenden, die sich für eine Karriere im Handwerk entscheiden, ist konstant geblieben – der Frauenanteil unter den Azubis lag im abgelaufenen Jahr erneut bei 21 Prozent. „Wir bauen den Anteil unserer Azubis und damit der Jugend in unseren Betrieben aus. Viele junge Menschen in unserer Region sehen die Chancen, die das Handwerk ihnen bietet. Die Auszubildenden wissen, dass eine Lehre in einem der über 130 verschiedenen Handwerksberufe eine wertvolle Grundlage für ihr späteres Berufsleben ist“, sagt Dr. Tobias Mehlich, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Ulm.

Ausländische Nachwuchskräfte sind ein wichtiger Faktor

781 der 2.848 neuen Azubis im Ulmer Kammergebiet besitzen eine ausländische Staatsbürgerschaft – also mehr als jeder vierte Auszubildende. Das sind drei Prozent mehr als im Vorjahr. Insgesamt kommen diese Nachwuchshandwerkerinnen und -handwerker aus über 70 verschiedenen Ländern. Besonders häufig vertreten sind junge Menschen aus Vietnam, Syrien, der Türkei und aus der Ukraine. Neben Asylsuchenden sind in der Statistik auch vom Handwerk angeworbene Zugewanderte und Nachfolgegenerationen der Gastarbeiter vertreten. „Handwerk ist auch international. Ob auf Baustellen, in Werkstätten oder beim Kunden vor Ort: Seit jeher arbeiten im regionalen Handwerk Menschen verschiedenster Nationen gemeinsam Seite an Seite. Das ist ein echter Mehrwert unserer Branche“, so Mehlich. Und weiter: „Wir brauchen die Zugewanderten und die ausländischen Jugendlichen – heute als Auszubildende und morgen als Fachkräfte, die die Versorgung unserer Bürgerinnen und Bürger sichern.“

Nahrungsmittelberufe ziehen, holzverarbeitende Berufe verlieren

In diesem Ausbildungsjahr haben sich wieder deutlich mehr junge Menschen für die Nahrungsmittelberufe (plus 29 Prozent zu Ende 2024) interessiert. Damit verbunden haben sich auch die kaufmännischen Berufe positiv entwickelt (plus 12 Prozent) – das liegt insbesondere an der steigenden Zahl an Fachverkäuferinnen und -verkäufern im Lebensmittelhandwerk. Mit Blick auf die einzelnen Ausbildungsberufe verzeichnen Kraftfahrzeugmechatroniker in 2025 ein sattes Plus von rund 22 Prozent. Rückgänge vermelden hingegen die holzverarbeitenden Gewerke (minus 15 Prozent). Bei Malern und Lackierern (minus 27 Prozent) sowie Feinwerkmechanikern (minus 33 Prozent) sind die Ausbildungszahlen ebenfalls stark rückläufig.

Derzeit sind zwischen Ostalb und Bodensee insgesamt noch 353 Lehrstellen unbesetzt. Eine Ausbildung kann in vielen Handwerksberufen auch im Winter noch starten. Jugendliche, die unentschlossen sind, in welchen Berufen sie ihre Fähigkeiten und Talente einsetzen können, können sich an die Ausbildungsberater der Handwerkskammer Ulm wenden. Freie Lehrstellen und Praktikumsplätze in nahezu jedem Gewerk gibt es außerdem unter www.hwk-ulm.de/ausbildungsboerse/.