Veranstaltung

Bei der Heidenheimer Hochzeitsmesse: Mut zum Ja-Wort war gefragt

Wie könnte unser Hochzeitsfest aussehen? Mit dieser Frage beschäftigten sich am 6. Januar viele Paare, die zur Hochzeitsmesse "Traut Euch" auf den Heidenheimer Schlossberg gekommen waren. Das gab es alles zu entdecken:

Es war Pärchen-Tag im Sparkassen-Business-Club der Voith-Arena: Dort, wo es sonst die gehobene Pausenverpflegung beim 1. FC Heidenheim gibt, drehte sich am Dreikönigstag alles um die Hochzeit. Die von der Heidenheimer Zeitung veranstaltete Hochzeitsmesse „Traut Euch“ fand zum dritten Mal an diesem Ort statt und zog knapp 400 Besucherinnen und Besucher an.

Manche Brautpaare hatten sich Unterstützung mitgebracht von Familie oder Freunden, andere ließen sich nur zu zweit inspirieren von allem, was zu einem gelungenen Festtag gehören kann: Mehr als 30 Aussteller zeigten passende Kleidung für Braut, Bräutigam und Gäste, es ging um Frisuren, Make-up, Hochzeitsfotos und den richtigen Rahmen für die Zeremonie, sei es in der Kirche oder bei einer freien Trauung. Aber auch die Feier will gestaltet sein, und dazu gehören der richtige Ort, das Hochzeitsmenü, eine Torte, Deko, Musik, der Hochzeitstanz und vieles mehr.

Viel positives Feedback

Stephanie Bauhofer, Organisatorin der Messe, zeigte sich nach Veranstaltungsende sehr zufrieden: „Ich habe nur positives Feedback von den Ausstellern bekommen“, so die HZ-Mitarbeiterin. Von den Besucherinnen und Besuchern habe sie Lob für das umfassende Angebot sowie für die Regionalität der Aussteller gehört. „Die Leute schätzen es, dass alles in der näheren Umgebung zu finden ist“, sagte sie.

Höhepunkt der Veranstaltung mit dem größten Besucherandrang war die Modenschau, für die man sich rechtzeitig einen guten Platz sichern musste. Auch wenn es nicht nur darum ging: Die weißen Brautkleider, viele mit Spitze und üppigem Tüll, standen im Mittelpunkt der Schau, die von Steffi Göttl (Momentemacherei) und Susanne Mettel (Brautmodengeschäft Ros’N’Rot) moderiert wurde.

Ein wichtiges Accessoire bei der Trauung: Die Eheringe wollen gut gewählt sein. Natascha Schröm

Der Feiertag kurz nach Jahresbeginn schien sowohl für die Aussteller als auch für die Paare ein passender Zeitpunkt für die Hochzeitsmesse zu sein: „Für mich ist es gut, dass es kein Wochenend-Termin ist, denn da bin ich meist auf Veranstaltungen“, sagte Matthias Jörg vom Eventverleih Ostalb aus Aalen. Er sorgt mit Veranstaltungszubehör für ein gelungenes Fest und hat neben Licht- und Tontechnik auch Zelte, Hussen und Fotoboxen im Angebot oder wählt als DJ Matze die passenden Songs beim Hochzeitsfest aus.

Ein Profi in Sachen Hochzeiten ist auch Gastronom und Sternekoch Andreas Widmann aus Zang. Regelmäßig bewirtet der Löwen-Wirt Hochzeitsgesellschaften in der alten Schule in Söhnstetten, in der Königsbronner Hammerschmiede, auf der Straußenfarm in Böhmenkirch oder mittlerweile auch auf Schloss Duttenstein, „das ist etwas ganz Besonderes“, so Widmann.

Gastronom Andreas Widmann (li.) hat selbst auf einer Almhütte Hochzeit gefeiert. Natascha Schröm

Die klassische Hochzeit im Restaurant sei nicht mehr gefragt, sagt der Gastronom, stattdessen suchten die Paare eine Eventlocation. Ebenfalls angesagt seien Hochzeitsfeste, die das ganze Wochenende von Freitagabend bis zum abschließenden Frühstück oder Brunch am Sonntag umfassen und bei denen die ganze Hochzeitsgesellschaft auch vor Ort übernachtet. Widmanns eigene Hochzeit war übrigens auch etwas ganz Besonderes: Nach dem Standesamt im Heimatort seiner Frau in Tirol ging es auf eine Almhütte, wo die Gäste ganz schlicht mit Kässpätzle und Kaiserschmarren bewirtet worden seien, erzählt er. Ein Fest im Garten des „Löwen“ gab es aber auch noch, nach der kirchlichen Trauung in der Zanger Kirche.

Kirchliche Trauung oder freie Zeremonie

Ob in einer Kirche oder nicht: Eine Trauungszeremonie außerhalb des Standesamts wünschen sich viele Paare. Bei der Hochzeitsmesse fanden sie dafür einen Anlaufpunkt am gemeinsamen Stand der katholischen und evangelischen Kirche. Die Heidenheimer Pfarrerin Almuth Kummer sah sich beispielsweise mit Fragen der Trauung bei verschiedenen Konfessionen konfrontiert, aber es sei auch inhaltlich um die Zeremonie oder verschiedene Trausprüche gegangen, berichtete sie. Ähnliche Fragen – wie läuft die Trauung ab, worum geht es beim Vorgespräch – beantworteten Marita Kasischke und Steffi Göttl von der „Momentemacherei“, einem Zusammenschluss von Festrednern. Auch Sarah Gold bietet Traureden an, die die ausgebildete Sängerin aber auch mit Musik ergänzt.

Eigene Choreographie für den Hochzeitstanz

Ein klassisches Element der Hochzeit ist der Hochzeitstanz, auf den viele Brautpaare nicht verzichten wollen, berichtete Benedikt Röck von „Die neue Tanzschule“. Viele Paare würden Privatstunden vor der Hochzeit buchen, so der angehende Tanzlehrer, dessen Vater Armin Röck aus Aalen erst vor Kurzem die Räume der Tanzschule Still an der Arndtstraße übernommen hat. Sei es, um die Kenntnisse aus der Tanzstunde aufzufrischen, die Schritte ganz neu zu lernen oder eine eigene Choreographie für den Hochzeitswalzer einzustudieren – auch hier geht man auf die Wünsche des Brautpaars ein.

So viele Bräute wie bei der Hochzeitsmesse trifft man selten an einem Ort. Natascha Schröm

Bereits ein Stammgast auf der Heidenheimer Hochzeitsmesse ist Andreas Seefried vom gleichnamigen Herren-Modehaus aus Nördlingen, der eine große Auswahl an Anzügen für den Bräutigam zeigte. Dabei reicht sein Angebot von fertigen Anzügen von der Stange bis hin zur Maßkonfektion, die einen individuellen Zuschnitt erlaubt. Bevor Andreas Seefried einen Bräutigam berät, lässt er sich erst einmal schildern, in welchem Rahmen die Hochzeit stattfindet, damit der Anzug auch dazu passt. Bei manchen Männern spiele es eine Rolle, dass der Anzug auch nach der Hochzeit noch getragen werden kann. „Manchen ist das aber auch egal, sie wollen einfach etwas ganz Besonderes für diesen besonderen Tag“, so der Herrenausstatter.

Das Brautkleid: noch immer ein Geheimnis

Zu den vielen Bräuchen und Traditionen rund um eine Hochzeit zählt, dass der Bräutigam das Brautkleid nicht vor dem Hochzeitstag sehen soll. Laut Herrenausstatter Andreas Seefried ist das immer noch so: „Es ist die absolute Ausnahme, dass der Bräutigam das Kleid kennt“, sagt er. Damit der Anzug trotzdem vom Stil her zum Brautkleid passt, wird ein wenig getrickst: „Entweder schickt uns die Braut ein Foto per Mail oder jemand begleitet den Bräutigam, der das Kleid kennt.“ Das ist in weniger Fällen als früher die Braut selbst: „Heute ist nur noch bei der Hälfte der Männer die Braut beim Einkauf mit dabei“, sagt Seefried. Früher hätten die zukünftigen Ehefrauen den Mann häufiger begleitet, meint er.