Leserbrief

Alle Heidenheimer Ortsteile müssen gleichbehandelt werden

Leserbrief zu öffentlichen Grünflächen in Heidenheim:

Mit Interesse haben wir den Bericht über die Begrünung von Verkehrsinseln und Blühflächen in Heidenheim gelesen. Es ist grundsätzlich erfreulich, dass die Stadt in die Verschönerung des Stadtbildes und die Förderung der Biodiversität investiert. Umso bedauerlicher, ja geradezu ärgerlich ist jedoch, dass die Teilorte dabei offenbar einmal mehr in Vergessenheit geraten. Ein besonders auffälliges Beispiel ist das bisherige Blumenbeet bei uns am Gasthaus Waldhorn in Rotensohl. Bis vor gut zwei Wochen wuchsen dort meterhohe Disteln, und von einer gepflegten Blühfläche konnte keine Rede sein.

Das Unkraut überwucherte die eigentlichen Blühpflanzen vollständig, sodass uns Gäste ansprachen, was mit unserem Blumenbeet dieses Jahr ist. Wir wiesen sie darauf hin, dass dieses Beet der Stadt Heidenheim gehört und nicht uns. Ähnlich trostlos präsentiert sich die Situation in Großkuchen rund um den Brunnen und den Friedhof. Auch dort sind die ursprünglich angelegten Pflanzen kaum noch zu erkennen. Von der abgemähten, erst kürzlich angelegten Blumenwiese am Ortseingang von Neresheim kommend ganz zu schweigen.

Es entsteht mal wieder der Eindruck, dass die Innenstadt im Mittelpunkt aller Bemühungen steht, siehe Eugen-Jaekle-Platz, bepflanzte Poller und unmittelbar daneben 15 riesige Geranienkübel, oder die berühmte Grabenstraße, während die Teilorte bei der Pflege der Grünanlagen hintangestellt werden. Dabei tragen doch auch sie zum Gesamtbild der Stadt bei.

Fünf hölzerne Beete bringen punktuell etwas Grün in die Graben- und die Hauptstraße.

So viele Hektar Grünflächen pflegen die Städtischen Betriebe in Heidenheim

Zur Pflege der Grünflächen im Heidenheimer Stadtgebiet gehört auch die Kontrolle des Baumbestands. Was diesem derzeit zu schaffen macht:
Show more
Heidenheim
Blühpflanzen gewinnen an Bedeutung

Im Artikel ist außerdem zu lesen, dass künftig verstärkt Bodendecker gepflanzt werden sollen. Das wirft die Frage auf, ob diese Entscheidung tatsächlich aus gestalterischen oder ökologischen Gründen getroffen wird, oder ob man schlicht hofft, sich damit die Pflege und die regelmäßige Unkrautbeseitigung zu ersparen. Ein Konzept, das man bereits vor Jahren ausprobiert hat, ohne daraus zu lernen.

Eine gleichmäßige und verlässliche Pflege aller Ortsteile wäre dringend wünschenswert. Ein attraktives Stadtbild darf nicht an den Grenzen der Kernstadt enden. Doch die Teilorte scheinen immer erst dann ins Blickfeld zu geraten, wenn Flächen für Solarparks oder Windkraftanlagen benötigt werden. Das ist nicht nur enttäuschend, sondern schlichtweg traurig. Für Pflege, Erhalt und ein Mindestmaß an Aufmerksamkeit reicht es für Rotensohl, Großkuchen, Kleinkuchen und Nietheim offenbar nicht. Eine Stadt, die sich modern und lebenswert nennen möchte, muss alle Ortsteile gleichbehandeln.

Tanja und Wolfgang Kaufmann, Rotensohl