Herr Heizmann echauffiert sich deutlichst über die Besucher des Eröffnungskonzerts. Er sollte mehr Verständnis haben, denn sie waren zuvor auf der benachbarten Tennisanlage, und da darf nach Punktgewinn und nicht nur nach erfolgreichem Satz gejubelt werden. Oder sie waren jüngst beim FCH, da darf auch nicht erst nach der Halbzeit Stimmung bekundet werden.
Woher sollen die Besucher wissen, dass ein Konzert ganz anders geht? Da gibt es wohl bestimmte Regeln. Spätestens nach dem zweiten Satz hätte der Veranstalter, der Dirigent oder der Spielleiter ein Wort sagen können. Noch besser Sie, Herr Heizmann. Nach einem solchen Affront hätten Sie zum Mikrofon gehen müssen. Stattdessen überziehen Sie die Besucher einige Tage später mit unflätigen Beleidigungen. Auch Frau Kasischke, die eine solche Flegelhaftigkeit und Impertinenz auch nicht kennt und auch gar nicht veröffentlicht.

„Das himmlische Leben“: So beeindruckend war das Eröffnungskonzert der Opernfestspiele
Wo bleiben Ihre Verhaltensregeln für die Opernfestspiele? Keine Poloshirts, kurze Hosen bekommen keinen Zutritt, nur schwarze Schuhe für Männer. Ihre Liste ist sicher sehr viel länger. Sie schaffen es, die Veranstaltung leer zu bekommen. Und Ihre Kritik zu den Festspielen haben Sie bereits im Kopf: Absolut inspirierend, eine Sternstunde der Oper. Wir müssen das glauben, denn wir sind kein Opern-, sondern Bierzeltpublikum.
Was ich jetzt durchaus einschätzen kann, ist Ihr schulmeisterhaftes Auftreten. Das Wichtigste haben Sie vergessen: Die Besucher sind nicht Ihre Schüler. Nach dem zweiten Satz hätten Sie nach Ihrer Auffassung aktiv werden müssen. Und nicht Tage später in der Presse gegen Besucher und die Redakteurin "rumschmieren". Ich hoffe, es stört Sie kein weiterer Zuschauer bei den Opern. Ihre Belehrung ist absurd. Ein freundlicher Hinweis während der Veranstaltung wäre gegebenenfalls angebracht gewesen.
Thomas Dörflinger, Herbrechtingen