„Das Trinkwasser in Giengen stinkt seit einigen Wochen. Man mag es kaum trinken. Wie lange wird das noch so sein“, so die Frage eines Bürgers zu Beginn der Sitzung des Giengener Gemeinderats am Donnerstagabend.
Es bleibe derzeit nichts anderes übrig, so Oberbürgermeister Dieter Henle, als das Trinkwasser mit Chlor zu versehen. Ausgangspunkt war offenbar eine routinemäßige Trinkwasseranalyse der Stadtwerke Giengen (SWG) am Freitag, 31. Oktober, die überraschend einen geringen bakteriellen Befall ergeben habe. „Auch wenn die registrierte minimale bakterielle Konzentration aller Voraussage nach ohne Folgen geblieben wäre, gilt in Deutschland für Kolibakterien im Trinkwasser ein unmissverständlicher Grenzwert von null“, so Christof Gaugler, technischer Leiter der Stadtwerke in einer Mitteilung.
Ein Tropfen Chlor auf zehn Badewannen
Dementsprechend habe die SWG in Abstimmung mit dem Gesundheitsamt Heidenheim sofort eine Schutzchlorung veranlasst und dem Wasser im Pumpwerk Bernau eine Chlormenge von 0,15 Milligramm je Liter Wasser zugesetzt. Die Menge reduziere sich auf dem Weg zu den Haushalten. „Auf zehn Badewannen kommt am Ende ein einziger Tropfen Chlor“, so Gaugler. So könne auch in diesem Fall eine absolut keimfreie Qualität des Trinkwassers garantiert werden. Wichtig sei, dass das Wasser für alle – auch Schwangere und Säuglinge – bedenkenlos genießbar sei.
Wie Oberbürgermeister Henle am Donnerstag auf die Anfrage zur Dauer erklärte, stehe eine weitere Beprobung durch das Gesundheitsamt aus. Wenn von der Behörde anschließend grünes Licht gegeben werde, könne die Chlorung beendet werden.
Die Schutzchlorung gilt für das Wassernetz der Stadtwerke Giengen – also für die Kernstadt, Hohenmemmingen, und die Verwaltungsgemeinschaft Syrgenstein. Die Ortsteile Burgberg und Hürben erhalten Wasser der Landeswasserversorgung, die stets in geringer Konzentration Chlor zusetzt. Chlorfreies Wasser, so die Stadtwerke, sei eine Besonderheit.