Klimaschutz

So viele Bäume wurden im Bürgerwäldle bei Giengen schon gepflanzt

2500 Bäume sollen auf einer Fläche bei Giengen gepflanzt werden. Nicht auf einmal, sondern schrittweise. Am Ende soll das Bürgerwäldle stehen. Nach fünf Jahren ist Zeit für ein Zwischenfazit.

Eine Hau-Ruck-Aktion ist das sicherlich nicht, vielmehr geht es um Nachhaltigkeit: Das Bürgerwäldle der Stadt Giengen ist einerseits ein Beitrag zum Klimaschutz, andererseits wird Bürgerinnen und Bürgern ermöglicht, sich aktiv durch eine Spende einzubringen.

Dass es den Wäldern nicht gut geht, ist nicht erst seit dem Hitzesommer 2026 bekannt. Trockenheit, Stürme und Plagen wie der Borkenkäfer schädigen die Bäume, der fehlende Abbau von CO2 das Klima. Als Beitrag, die negative Entwicklung aufzuhalten, hat die Stadt 2021 das Bürgerwäldle ins Leben gerufen, mit dem Ziel, auf einer Fläche von 20.600 Quadratmetern – unterhalb der Autobahn und nur wenige Hundert Meter vom Hasenloch entfernt – etwa 2500 Bäume zu pflanzen. Die Idee zum Bürgerwäldle lieferte Stadträtin Ute Goppelt. „Diesen Gedanken hegte ich schon lange. Es gibt ja viele Aufforstungsprogramme auf der Welt, zum Beispiel in Brasilien. Aber das sieht man dann nicht. Deswegen die Anregung, direkt vor Ort zu starten“, so Goppelt zum Start der Aktion.

Einen Baum gibt es entweder durch eine Spende aus der Bevölkerung oder von Firmen, oder durch die Stadt Giengen selbst, die für jede Neubürgerin, jeden Neubürger und jedes Neugeborene einen Baum im Bürgerwäldle pflanzt.

Jeder Baum wird mit einer Platte versehen. Marc Hosinner

Nun, fünf Jahre nach dem Beginn im Bürgerwäldle, sind nach Auskunft von Bürgermeister Alexander Fuchs 785 Bäume gepflanzt worden. „Die meisten wurden durch Baumspenden der Stadt Giengen für die Neugeborenen gespendet. Ansonsten erfolgten die Spenden überwiegend durch Privatpersonen. Zu Beginn der Aktion waren auch Firmen unter den Spendern“, so Fuchs auf Nachfrage.

Von Feldahorn bis Schneeball

Als Baumarten seien bisher Feldahorn, Spitzahorn, Vogelkirsche, Linden, Speierling und Elsbeere, Edelkastanie, Eiche, Baumhasel, Schneeball und Robinie gepflanzt worden. Dies seien nicht alles heimische Arten – die Auswahl erfolge auch unter dem Aspekt, einer gewissen Toleranz der Pflanzen gegenüber Hitze und Trockenheit.

„Einige Pflanzenarten taten sich schwer, anzuwachsen – andere funktionieren dagegen gut. Deshalb wurde zum Beispiel auf eine andere Art der Eiche gewechselt. Speierling und Elsbeere werden aufgrund schlechter Erfahrungen gar nicht mehr aufgepflanzt“, sagt der Bürgermeister.

Der Start zum Wäldle war mit Rückschlägen verbunden: 2022 mussten 71 der zunächst gepflanzten Bäume, und damit etwa ein Viertel, ersetzt werden – aus zwei Gründen: Einerseits war die Zeit des Anpflanzens im Frühjahr 2022 offenbar nicht optimal gewesen, weil die lang anhaltende Trockenheit das Wachstum stark einschränkte. Andererseits seien auch mangelhafte Pflanzen geliefert worden, die aber alle ersetzt wurden. Die Stadt hat daraus gelernt, dass nur noch im Herbst gepflanzt wird.

„Als Zwischenfazit können wir das Bürgerwäldle als Erfolg bezeichnen. Aufgrund von Gießarbeiten und den notwendigen Nachpflanzungen von Bäumen haben wir zwar einen vergleichsweise hohen Aufwand zu verzeichnen – aber durch den Nachhaltigkeitsgedanken und den direkten Bezug zu unserer Bürgerschaft ist das Projekt aus unserer Sicht ein Erfolg“, sagt Fuchs nach den ersten fünf Jahren Bürgerwäldle.

Wenig kritische Stimmen

Die Resonanz aus der Bürgerschaft sei auch überwiegend positiv. Es gebe zwar bisweilen auch kritische Rückmeldungen zum „Anblick“ des Bürgerwäldle. Dies liege teilweise am starken Graswuchs zwischen den Bäumen, welcher an einer Schonung nicht gemäht werde. Bis der „Wald“ so richtig als Wald erkennbar ist, würden noch einige Jahre ins Land gehen müssen. „Die Bäumchen brauchen natürlich Zeit, bis sie zu stattlichen Bäumen herangewachsen sind“, so der Bürgermeister.

Weiter Flächen für Blühwiesen gesucht

Nicht nur das Bürgerwäldle soll einen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Auch Blühwiesen stehen im Fokus. Die Giengener Blühwiesen entstehen auf öffentlichen und privaten Flächen. Falls Bürger eine Fläche für eine Blühwiese zur Verfügung stellen möchten, können sie sich bei der Stadtverwaltung bei Jeanette Lausch, Tel. 07322.9522430, Mail: jeanette.lauscht@giengen.de melden.