Ausstellung im Bürgerhaus

Junge Füchse und mehr: Das zeigt Fotograf und Zeichner Stefan Aumüller im Februar in der Giengener Schranne

Stefan Aumüller liebt es, in der Natur zu sein. Der Giengener Tätowierer ist beim Fotografieren im Forst gern allein, gibt seine Erlebnisse aber auch weiter: etwa in einer Ausstellung in der Schranne.

Es gibt Tage, da wartet er Stunden, bis sich ein Motiv ergibt, aber auch solche, an denen ihm Vorbeigehen Tiere vor die Linse wandern: Stefan Aumüller, von Beruf Tätowierer mit eigenem Studio in Giengens Innenstadt, ist passionierter Naturfotograf und leidenschaftlicher Zeichner von Tiermotiven.

Beide Hobbys vereint er ab dem 8. Februar in einer Ausstellung im Obergeschoss der Schranne in Giengen. Wilde Heimat – so der Titel der Schau. Wilde Heimat? Gab es das nicht schon einmal? Richtig: Aumüller hatte unter diesem Titel vor fast exakt drei Jahren schon einmal im Bürgerhaus ausgestellt. „Ich fand und finde den Titel so treffend und habe ihn deshalb noch einmal genommen“, sagt der Künstler, der mit Kamera und Zeichenstift gleichsam umzugehen weiß.

Ein Tier, das es bei der Ausstellung zu sehen gibt: eine Eule. Marc Hosinner

Zu sehen gibt es diesmal hauptsächlich Fotografien, aber auch Zeichnungen, die in den vergangenen 18 Monaten entstanden sind. „Es geht mir nach wie vor darum, den Menschen zu zeigen, was im Wald lebt. Also hier fast vor der Haustür. Und ich will dazu beitragen, den Leuten zu helfen, ihre Verbindung zur Natur wiederherzustellen“, sagt Aumüller. Für die Schau im Februar hat er aber nicht nur Bilder ausgewählt, die in der Region entstanden sind. Auch in der Lausitz hat er fotografiert. Vergebens hat er dort versucht, einen Wolf abzulichten, obwohl das dort eine geeignete Gegend dafür sei. „Manchmal sitze ich Stunden im Wald und harre ewig aus. Aber das spielt keine Rolle. Ich bin da komplett im Stand-by-Modus und bei mir selbst. Und wenn ich auch nicht das fotografieren kann, was ich möchte, passiert immer etwas. Die Zeit vergeht sehr schnell“, sagt der Naturliebhaber, der beispielsweise mehrere Anläufe über die Zeit von zwei Jahren gebraucht hat, um einen bestimmten Uhu fotografieren zu können.

Beim Fotografieren im Wald ist Aumüller gerne alleine unterwegs. Seine Erlebnisse gibt er inzwischen aber auf vielfältige Weise weiter: An den Volkshochschulen in Giengen und Herbrechtingen gibt er Kurse und auch im Mooseum in Bächingen ist er aktiv.

Aumüller zeichnet auch – am liebsten mit eigenen Fotos als Grundlage. Aumüller

Als Naturcoach und Wildnispädagoge geht Aumüller raus, zeigt beispielweise Tierspuren. Das Interesse an derlei Ausflügen in die Natur sei ziemlich groß. Die Herangehensweise sei vorwiegend bei Kindern, unterschiedlich. Teils seien sie richtige Naturfreaks, teils aber eher ängstlich, weil sie vieles nicht kennen würden.

Wer, wie Aumüller, viel in der Natur unterwegs ist, bekommt den Wandel im Wald durch den Klimawandel hautnah mit: „Die Arten verändern sich. Es gibt bei uns jetzt Insekten, die wegen der Temperaturzunahme heimisch geworden sind. Und die Störche bleiben ja das ganze Jahr hier.“

Möchte den Menschen die Natur näherbringen: Stefan Aumüller. Aumüller

Vernissage am 8. Februar in der Schranne

Die Ausstellung mit dem Titel Wilde Heimat beginnt am Sonntag, 8. Februar, um 14 Uhr mit einer öffentlichen Vernissage im Obergeschoss der Schranne. Sie ist dann an den folgenden Wochenenden im Februar an Samstagen und Sonntagen nachmittags geöffnet. Weitere Informationen zu Stefan Aumüller unter www.bis-bald-im-wald.com.