Gefahrguteinsatz

Quecksilber auf Firmengelände in Giengen stammte aus altem Messinstrument

Nachdem am Dienstagmittag etwa 100 Milliliter Quecksilber auf einem Firmengelände bei Giengen ausgelaufen waren, gab es einen großangelegten Gefahrguteinsatz. Das Schwermetall war bei der Entsorgung eines alten Messinstruments ausgetreten.

Zahlreiche Einsatzkräfte eilten am Dienstagnachmittag zur Filzfabrik bei Giengen. Wie die Polizei auf HZ-Nachfrage bestätigt, waren Rettungsdienst und Feuerwehr um 13.15 Uhr alarmiert worden, nachdem Quecksilber auf dem Firmengelände freigesetzt worden war.

Das Quecksilber stammte aus einem alten Messinstrument. Dies berichtet der Kreisfeuerwehrverband. Gegen 13 Uhr wollte ein Mitarbeiter das demontierte Zählwerk entsorgen. Dabei zerbrach das vermutlich mehrere Jahrzehnte alte Gerät. Der Mitarbeiter hat daraufhin umgehend den Gefahrenbereich verlassen und die Feuerwehr alarmiert.

Vor Ort angekommen, hatten die Mitarbeiter des Betriebs den Gefahrenbereich bereits abgesperrt und evakuiert. Die Einsatzstelle lag im Freien auf einem durch eine Betonplatte befestigten Entsorgungsplatz. Ein Angriffstrupp unter schwerem Atemschutz erkundete die Lage und konnte etwa 100 Milliliter ausgelaufenes Quecksilber feststellen. Da die Flüssigkeit sich weder durch Verdampfen verflüchtigte, noch durch die Betonplatte in die Umwelt sickern konnte, wurde die Lage als statisch bewertet. Ein Nachfließen des Mediums konnte ebenfalls ausgeschlossen werden.

Die größeren Stoffreste, welche sich tropfenförmig auf dem Boden sammelten, konnten mit einfachen Mitteln in einen Spezialbehälter umgefüllt werden. Weitere Stoffanhaftungen an einem Stapler und dem Entsorgungscontainer mussten mittels eines speziellen Chemikalienbinders aufgenommen werden. Dieser wurde von der Werkfeuerwehr Zeiss aus Oberkochen zur Einsatzstelle transportiert.

Zwischenzeitlich hatte die Einsatzleitung Kontakt zur TUIS-Leitstelle und der Werkfeuerwehr BASF Ludwigshafen hergestellt, um sich über das weitere Vorgehen mit dem hochgiftigen Stoff beraten zu lassen.

Provisorisches Dach errichtet

Um das Verschleppen bzw. Ausschwämmen letzter Quecksilberreste durch Regen zu verhindern, wurde mithilfe eines örtlichen Holzbauunternehmens ein provisorisches Dach über Container und Stapler errichtet. Danach konnte die Einsatzstelle dem Betreiber übergeben werden, der nun eine Spezialfirma mit der Grundreinigung des Containers und des Staplers beauftragen muss.

Schwer verletzt wurde bei dem Stoffaustritt niemand. Drei Arbeiter der Entsorgungsfirma wurden nach ersten Erkenntnissen leicht verletzt und kamen am Nachmittag in die Klinik, konnten diese nach Informationen des Kreisfeuerwehrverbands jedoch bereits nach kurzer Zeit am frühen Abend wieder verlassen.

Bei Quecksilber handelt es sich um eine hochgiftige, silbrige Flüssigkeit mit metallischen Eigenschaften. Es ist das einzige Metall, das bei Raumtemperatur flüssig ist. Quecksilber ist ein hochgiftiges Schwermetall, es schädigt Nervensystem, Immunsystem und die Nieren. Besonders die Dämpfe des Metalls sind sehr giftig. Quecksilber gilt zudem als Umweltschadstoff.