Deutschlandweit hat die Zahl der Insolvenzen in den vergangenen Monaten deutlich zugenommen. Für Banken bedeutet das oft, dass durch Firmenpleiten Kredite durch die Unternehmen nicht mehr bedient werden können. „Wir haben da natürlich ein Auge drauf. Aktuell macht uns die Entwicklung vor Ort aber keine Sorgen. Wir erwarten keine Welle an Insolvenzen“, sagt der Vorstandssprecher der Volksbank-Brenztal, Jochen Wahl, mit Blick auf die kommenden Monate. Das Handwerk beispielsweise sei weiter gut ausgelastet, die Auftragsbücher seien hauptsächlich bei Sanierungen gefüllt.
Für das nun angelaufene Geschäftsjahr sind Wahl und sein Vorstandskollege Matthias Miller verhalten optimistisch und planen mit einem Wachstum in Höhe von drei Prozent und einem positiven Geschäftsverlauf. Bei aller zuversichtlichen Herangehensweise müsse am Ende, so Miller, die Ertragslage „passen“.
Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2025 war dies der Fall, was an folgenden Zahlen ablesbar ist: Die Bilanzsumme hat sich auf 946 Millionen Euro um etwa drei Prozent erhöht, bei den Kundeneinlagen gab es eine Steigerung von 670 auf 696 Millionen Euro.
Internen Rekord aufgestellt
Einen internen Rekord hat das Kreditinstitut im Wertpapiergeschäft aufgestellt: Nahezu 5000 Investmentsparpläne sowie Bruttoabsatz und Fondbestand seien ein Allzeithoch und markierten ein starkes Jahr. „Das freut uns natürlich. Wir führen das auf unsere Beratung zurück. Zudem merkt man, dass die jüngeren Kunden wertpapieraffiner sind“, so Wahl.
Positiv verlief auch das Kreditgeschäft: Die Forderungen an Kundinnen und Kunden erhöhten sich von 655 auf 690 Millionen Euro. Die sei hauptsächlich auf das Geschäft mit Unternehmen zurückzuführen.
Das gesamte betreute Kundenvolumen, also das Kredit- und Anlagevermögen zusammen, liegt bei etwa 2.050 Millionen Euro (im Vorjahr hatte die Bank mit 2.006 Millionen Euro die Zwei-Milliarden-Grenze überschritten).
„Wir haben eine gute Ertragslage im Haus und hatten ein gutes Geschäftsjahr. Es ist gut gelaufen“, so Wahl. Das Betriebsergebnis vor Bewertung und Steuern erreicht 0,98 Prozent der durchschnittlichen Bilanzsumme. Es ist im Vergleich zum Vorjahr zwar leicht zurückgegangen (2024: 1,08 Prozent), liege aber noch über dem Durchschnitt vergleichbarer Genossenschaftsbanken. Das Betriebsergebnis ist getragen von einem leicht gestiegenen Zinsüberschuss und einem stabilen Provisionsüberschuss.
Fokus auf Nachwuchsgewinnung
Die Volksbank Breztal ist natürlich nicht nur ein Kreditinstitut, sondern auch ein Arbeitgeber: Nach Köpfen werden derzeit 127 Mitarbeitende beschäftigt, davon acht Auszubildende. „Auf die Nachwuchsgewinnung legen wir großen Wert“, so Wahl. Es gelte, den demografischen Wandel in der Bank im Auge zu behalten. Deshalb bilde man verstärkt aus. Wie Miller erklärt, erhalte man inzwischen, nachdem es in anderen Bereichen, etwa der Industrie, leicht kriselt, mehr Bewerbungen als zuletzt. Im Sinne der Nachwuchsgewinnung ist auch eine Bildungspartnerschaft mit der Realschule Giengen und der Grund- und Realschule Sontheim zu sehen. Durch den Abschluss eines Jugendkontos erhielten Schülerinnen und Schüler einen Zugang zu einem Online-Lernprogramm, bei dem Lehrkräfte Fragen beantworten.
Auf die Nachwuchsgewinnung legen wir großen Wert.
Jochen Wahl, Vorstandssprecher
Das Stichwort Nachwuchsgewinnung bringe auch auf der Kundenseite Anstrengungen mit sich. „Wir setzen auch hier auf unsere Beratung. Die Mitgliedergewinnung ist keine Selbstverständlichkeit mehr. Bei jungen Menschen haben wir es mit einer größeren Konkurrenz zu tun“, sagt Miller. Aktuell sind 14.699 Mitglieder Teilhaber der Genossenschaft – 2024 waren es noch 14.815.
Sanierung steht an
Bei der Anzahl der Geschäftsstellen plant die Volksbank Brenztal keine Veränderungen. Allerdings soll die Geschäftsstelle in Niederstotzingen im laufenden und nächsten Jahr sowohl innen als auch außen gründlich saniert werden. Nach Abschluss der Planungsphase wird es Informationen dazu geben. Die Umbauten haben, so viel ist jetzt schon klar, ein Volumen in Höhe von etwa vier Millionen Euro.
Konkurrenz bieten
Tätig wird das Kreditinstitut mit Partnern in Euro auch auf dem Gebiet Bezahlfunktion, in dem man dem US-amerikanischen Anbieter nicht das Feld überlassen will. Hierbei soll die Online-Banking-App zum zentralen Medium werden. Mit WERO, der neuen europäischen Bezahlfunktion in der VR-Banking-App, können Kundinnen und Kunden Geld in Echtzeit senden und empfangen – ohne Iban, lediglich mit Handynummer oder Mailadresse. Perspektivisch soll WERO zudem im Bereich E-Commerce sowie im stationären Handel ausgebaut werden, sodass das Prinzip des direkten Zahlens künftig in noch mehr Alltagssituationen genutzt werden kann.
Diese Häuser lassen sich gut an den Mann bringen
Sehr zufrieden zeigen sich die beiden Vorstände der Volksbank Brenztal, Jochen Wahl und Matthias Miller, mit der Vermittlung von Immobilien. Besonders bei Gebrauchtimmobilien laufe das Geschäft ausgezeichnet, und hier in einem Spektrum für Wohnungen und Häuser zwischen 200.000 Euro und 500.000 Euro. Bis zu diesem Preis sei die Finanzierung oft noch zu stemmen. Es seien auch noch Wohnungen und Gebäude in diesen Preisklassen vorhanden.

