Naturfreundehaus

Das hat der neue Pächter mit dem Hasenloch in Giengen vor

Zum Jahreswechsel haben die Giengener Naturfreunde das Hasenloch erstmalig verpachtet. Der neue Betreiber hat viel vor, stößt aber auch auf Probleme.

Wenn man es genau nimmt, hat das Naturfreundehaus im Hasenloch Ähnlichkeiten mit einem Hotel: Es gibt Übernachtungsmöglichkeiten und auch einen Gastraum. Und um die Lage würden manche Hotelbetreiber die neuen Pächter des Hasenlochs sicher beneiden.

Bert Beuthan, der das Hasenloch mit einem Geschäftspartner gepachtet hat und zumindest im ersten Jahr vor Ort selbst betreiben wird, kennt beide Welten: Er blickt auf mehr als 25 Jahre Erfahrung in Hotellerie und Gastronomie zurück und hat nach der Corona-Zeit – die ihn eigenen Angaben zufolge nicht nur finanziell sehr gefordert hat – nach reiflicher Überlegung das Naturfreundehaus in Michelbach übernommen. „Das brummte vom ersten Tag an bis heute“, sagt Beuthan. Es sollte nicht das einzige bleiben: Mit Maurice Götz gründete er das Unternehmen MAGBNB – Naturfreundehaus und Wanderhütten. Zum Jahreswechsel kamen nun zwei weitere hinzu – in Breitnau und in Giengen.

Der neue Betreiber des Hasenlochs: Bert Beuthan. Marc Hosinner

Beuthan, Jahrgang 1977, und sein Partner wollen, so sagt er, das Wir-Gefühl der Naturfreunde erhalten und gestalten. In Bezug auf den Standort in Giengen hätten beide gezögert, sich dann aber doch dafür entschieden, weil sie glauben, dass das Haus und das Umfeld Chancen bieten, es so zu betreiben, dass man davon leben kann.

Die letzte Schicht im Hasenloch war am Dreikönigstag. Auf dem Bild vorn von links der Hausdienst Hermann und Monika Eberhard sowie Brigitte und Hans-Georg Maier, hinten von links der Vorstand Ernst Manet und Hans Mack.

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Ohne Änderungen werde das, so Beuthen, aber nicht möglich sein. Das erste Problem, das der Gastronom verortet hat, ist der Strom. „Der Stromkasten hat mich an meine DDR-Zeit erinnert. Und es gibt allgemein zu wenig Strom. Wenn sich die Kaffeemaschine anschaltet, flackern in der Gaststube die Lichter“, so der Pächter des Hasenlochs, das nach dem Zweiten Weltkrieg stetig zum Naturfreundehaus um- und ausgebaut wurde. Entweder, so der neue Betreiber, werde größer investiert, oder es müsse mit Solar-Insel-Lösungen gearbeitet werden.

Veränderungen soll es auch in der Küche geben. Marc Hosinner

Ein weiterer Bereich, in dem es Veränderungen geben soll, ist die Küche, in der beispielsweise eine Trennwand zwischen Kochen und Bewirten eingebaut werden soll. Zudem soll Edelstahl Holz ersetzen und technisches Gerät erneuert werden. „Zu viel umbauen wollen wir nicht, weil wir sonst Auflagen bekommen“, sagt Beuthen. Auch Naturfreundehäuser würden der Gaststättenordnung und deren Vorgaben unterliegen. Im Gastraum selbst sei lediglich ein neuer Boden vorgesehen, der Rest sehe einwandfrei aus.

Im ersten Stock gibt es vier Zimmer mit insgesamt 16 Betten. „Die Betten selbst wollen wir erneuern und die Anzahl um zwei erhöhen. Gerade räumen die Naturfreunde ein Zimmer leer, das wir dann zusätzlich als Übernachtungsmöglichkeit aufnehmen können“, so Beuthen. Gebucht würden die Betten weniger von Wanderern, sondern hauptsächlich von größeren Familien, die ein gemeinsames Wochenende verbringen wollen. Gebucht werde über spezielle Portale.

Für den Außenbereich haben die Pächter auch eine Idee: Hier wollen sie – wie an anderen Standorten auch – eine Art Campingangebot schaffen. Spruchreif sei das aber bisher nicht, da der Abstimmungs- und Genehmigungsprozess noch laufe.

Das sind die geplanten Öffnungszeiten

Der neue Pächter will in den nächsten Wochen das Naturfreundehaus mittwochs ab 10 Uhr und sonntags ab 11 Uhr öffnen. Ab dem Frühjahr ist geplant, mittwochs bis sonntags zu öffnen. Angeboten werden soll schwäbische Hausmannskost.