Grundstücke

All diese Bauformen sind im neuen Gebiet auf dem Bruckersberg in Giengen möglich

Wer in Giengen bauen will, muss sich derzeit ein wenig gedulden, um eine größere Auswahl zu haben. Doch bald werden wieder städtische Grundstücke vermarktet. Obendrein stehen private Investitionen vor der Fertigstellung.

Wenn man der Stadt Giengen eines sicher nicht vorwerfen kann, ist es die Tatsache, dass sie sich nicht um Bauplätze für Bürgerinnen und Bürger gekümmert hat – sei es beim Angebot an Grundstücken in Baugebieten oder der Innenverdichtung. Der von der Verwaltung eingesetzte Flächenmanager, der sich auch um die Nutzbarmachung von lange leer stehenden Häusern kümmert, hat obendrein einen Beitrag geleistet. Giengens Einwohnerzahl ist sicher auch deshalb gewachsen, weil beispielsweise Familien in der Kernstadt und den Teilorten bei der Suche nach einem Bauplatz fündig geworden sind.

Zwischenzeitlich groß gedacht

Zwischenzeitlich hatten Stadt und Gemeinderat ziemlich groß gedacht, indem sie sowohl auf dem Bruckersberg als auch südlich der Memminger Wanne neue Quartiere entwickeln wollten. Nicht zuletzt, weil der Boom bei Neubauten abebbte, entschied man sich, nicht beide großen Gebiete gleichzeitig marktreif zu machen. Zunächst ist der Osten des Bruckersbergs dran.

Die Erschließung des Baugebiets Bruckersberg-Ost läuft seit September 2025 und soll im Herbst 2026 abgeschlossen sein. Die Gesamtfläche beträgt rund 44.300 Quadratmeter, die Netto-Baufläche 31.370 Quadratmeter.

„Im Sinne eines reduzierten Flächengebrauchs streben wir dort eine höhere Einwohnerdichte durch kompakte Grundstücke für Einfamilien-, Doppel-, Reihen-, Mehrfamilien- und Tiny-Häuser an. Insgesamt sollen 250 bis 300 Wohneinheiten entstehen“, so Oberbürgermeister Dieter Henle.

Die Gebäude gegenüber des Rathauses werden erstmal doch nicht abgerissen. Nun muss nach Zwischenlösungen gesucht werden.

Sanieren und entrümpeln: Das muss mit Häusern gegenüber vom Rathaus in Giengen nach dem Abriss-Aus geschehen

In der Giengener Innenstadt kommt es doch anders als gedacht: Weil Neubau-Pläne verschoben wurden, fällt der Abriss des Bestands flach. Es braucht Zwischenlösungen.
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Das Gebiet teilt sich auf in Grundstücksquartiere zwischen 8000 und 10.000 Quadratmetern für mehrgeschossigen Wohnungsbau, 14 städtische Bauplätze für Einfamilien- beziehungsweise Doppelhäuser sowie vier städtische Bauplätze für Tiny- beziehungsweise Kleinsthäuser und eine Fläche mit etwa 2500 Quadratmetern für Reihen- bzw. Kettenhäuser. Zwei größere Flächen – 8850 Quadratmeter zur Bebauung mit teilweise öffentlich geförderten Wohnungen und 2500 Quadratmeter zur Bebauung mit Reihen- beziehungsweise Kettenhäusern – sind bereits an die Kreisbaugesellschaft veräußert.

„Die verbleibenden städtischen Flächen schreiben wir in den nächsten Wochen öffentlich zum Verkauf aus oder vermarkten sie“, so das Stadtoberhaupt beim Neujahrsempfang am vergangenen Sonntag. Vermarktet werden die Flächen über das Portal Baupilot.

Verhandlungen laufen

In den Teilorten sieht es bei Bauplätzen wie folgt aus: Im bereits erschlossenen Baugebiet Schlossblick in Burgberg gibt es noch wenige Einfamilienhaus- beziehungsweise Doppelhaus-Bauplätze. Ein größeres Quartier geht dabei an die aus Burgberg stammende Firma Lehner zum Bau von Mehrfamilienhäusern. Konkrete Verhandlungen mit einem anderen Interessenten laufen, die Stadt erhofft sich in diesem Jahr Fortschritte bei der Planung und Vermarktung.

Die Gebäude in der Lonetalstraße 17 in Hürben, Staufener Straße 29 in Hohenmemmingen und die Neue Schule in Sachsenhausen sind abgebrochen. 2026 will die Stadt die vorhandenen Flächenpotenziale nutzen. Auf der Fläche der „Neuen Schule“ stehen zunächst fünf, nach der Verlegung des Spielplatzes plus zwei Bauplätze zur Verfügung. Die Erschließungsarbeiten sollen bis zum Sommer abgeschlossen sein. Wie beim Bruckersberg-Ost werden auch diese Bauplätze über das Baupilot-Portal vermarktet.

Zu den städtischen Vorhaben kommen mehrere private Initiativen: etwa in der Memminger Wanne durch die Kreisbau am Seiffener Weg, im Bühler Carrée an der Heilbronner Straße durch die Firma Munk Bauwert aus Ulm, durch die Fertigstellung des Barfüßer-Gebäudes im Sommer, oder – so zumindest seit Langem geplant – in der alten Grabenschule oder auch in Sachsenhausen durch die Sanierung des Alten Rathauses.

Grundstücke: Erlöse und Ausgaben

Die Grundstückserlöse liegen 2026 nach Angaben der Stadtverwaltung bei 6,48 Millionen Euro – resultierend hauptsächlich aus geplanten Bauplatzverkäufen in den Gebieten „Bruckersberg-Ost“ in Giengen, „Schlossblick“ in Burgberg, „Neue Schule“ in Sachsenhausen und kleineren Erlösen.

Demgegenüber stehen Ausgaben in Höhe von rund 2,5 Millionen Euro, insbesondere für den Erwerb von Bauerwartungsland in Giengen und den Erwerb von Grundstücken in der Ehbachstraße für die neue Rehaklinik beziehungsweise ein Gesundheitszentrum.