Darum ist die Linde mit dem Kreuz auf dem Schießberg in Giengen eingezäunt
Unweit des Pavillons auf dem Schießberg steht seit Jahrhunderten – die Pflanzung wird auf Mitte des 18. Jahrhunderts geschätzt – eine prägende Linde, die auf einer Seite in einem Hohlraum ein Kreuz aufweist und nicht zuletzt deswegen bei der Bevölkerung einen hohen Bekanntheitsgrad hat. Seit wenigen Tagen ist um den Baum ein Gitterzaun gebaut.
Giengens Bürgermeister Alexander Fuchs erklärt auf Nachfrage, warum das so ist: „Der Baum ist als ein Naturdenkmal geschützt und besitzt damit eine besondere ökologische, kulturhistorische und ortsbildprägende Bedeutung. Allerdings befindet sich die Linde in einer sehr schlechten Vitalität und in einem schlechten physiologischen Zustand.“
Der Stamm sei im mittleren Bereich weitgehend auseinandergebrochen und in zwei stark unterschiedlich entwickelte Stammteile aufgespalten. Eine Stammseite sei weitgehend dürr und erheblich geschädigt; die andere Stammseite zeige noch Vitalität, weise jedoch große frühere Kappungsstellen auf.
„Der Baum ist im Inneren über weite Bereiche hohl. Frühere baumpflegerische Maßnahmen, wie das Ausbetonieren des Stammholraums und der Einbau einfacher Metallgewindestangen zur Stabilisierung, entsprechen nicht mehr heutigen Pflegestandards. Die Wunden aus den früheren Kappungsstellen, welche zur Entlastung des Stamms in den vergangenen Jahrzehnten notwendig waren, haben leider eine fortschreitende Fäulnis hervorgerufen“, so Fuchs
Derzeit sei der Baum nicht mehr standsicher und habe deshalb aus Gründen der Verkehrssicherung abgesperrt werden müssen.
Die Stadt, so der Bürgermeister, prüfe derzeit grundsätzlich zwei Optionen: eine Pflege des Baumes mit einem deutlichen Rückschnitt und Stützen des Baumes zur Stabilisierung - hier wird mit einer weiteren erwartbaren Lebensdauer des Baumes von etwa zehn bis 15 Jahren gerechnet. Dabei müsste der Baum vermutlich aus Gründen der Verkehrssicherheit dauerhaft eingezäunt werden. Oder aber ein Fällen des Baumes – da wegen der kurzen Lebenserwartung des Baumes ein erheblicher Erhaltungsaufwand dagegensteht. „Die öffentliche Bedeutung des Baumes als Naturdenkmal ist uns sehr bewusst, deshalb werden wir das Thema auch noch mit der unteren Naturschutzbehörde und mit unseren Gremien besprechen“, sagt Fuchs.
