Während am Donnerstag die Meldung die Runde machte, dass dem Ellwanger Batteriehersteller Varta die Zerschlagung droht, ist nun offiziell: Der Konzern hat mehrere Insolvenzanträge gestellt. Damit ist genau der Zustand eingetreten, den das im Jahr 2024 eingeleitete StaRUG-Verfahren eigentlich verhindern sollte.
Wie die Gläubigergruppe um die Deutsche Bank bekannt gab, soll der weiterhin profitable Geschäftsbereich Consumer Batteries – also das Geschäft mit handelsüblichen Batterien – zügig aus dem Unternehmen herausgelöst und veräußert werden. Das würde auch direkt das Werk in Dischingen betreffen. Informationen über die übrigen, wirtschaftlich schwächeren Geschäftsbereiche liegen bislang noch nicht vor.
Bleibt der Name „Varta“?
Im Rahmen eines Insolvenzverfahrens erfolgt die geplante Zerschlagung eines Unternehmens in der Regel vergleichsweise zügig – zumindest für die noch profitablen Sparten. Nach Angaben mehrerer Brancheninsider soll bereits seit längerer Zeit ein Investor Interesse an genau diesen Geschäftsbereichen haben. Diese könnten gemeinsam an einen neuen Eigentümer verkauft werden, da sie einen höheren Wert besitzen als der angeschlagene Gesamtkonzern.
Auch die Markenrechte an Varta dürften voraussichtlich veräußert werden. Ob der Name künftig noch für einen großen Batteriekonzern stehen wird, ist jedoch fraglich. Denkbar wäre, dass ein neuer Eigentümer die traditionsreiche Marke vor allem aus Gründen des Wiedererkennungswerts weiterführt. Für die Belegschaft beginnt jetzt in sämtlichen Sparten das große Bangen um die Arbeitsplätze.
