Nach knapp sieben Jahren nimmt Dr. Hermann Eckstein seinen Hut: Der Lokalpolitiker der ÖDP räumt seinen Platz im Gemeinderat. Sein Nachrücker ist kein Unbekannter. Oliver Milbich wird fortan den zweiten ÖDP-Sitz neben Silvio Mundinger einnehmen. Als eigentlich zweiter Nachrücker kam für ihn die Meldung überraschend. Was nimmt er sich nun für die kommenden Jahre vor und weshalb hat Eckstein das Gremium verlassen?
Altersbedingt verabschiedet
„Ich war ein richtiger Spätzünder“, erklärt Eckstein in seiner Abschiedsrede in der jüngsten Gemeinderatssitzung vor seinen Kollegen im Gremium. Zum Zeitpunkt seiner Wahl im Juni 2019 war er bereits 71 Jahre alt. Ende des vergangenen Jahres teilte Eckstein der Verwaltung und dem Gemeinderat seinen Wunsch mit, der laut Gemeindeverordnung aufgrund seines Alters auch gerechtfertigt war. So stimmte der Gemeinderat einstimmig dafür, Eckstein aus seinen ehrenamtlichen Tätigkeiten zu entlassen. „Ich habe noch viel dazugelernt und stets gute Mitarbeit erfahren“, fuhr Eckstein fort. Zum Abschied bekam er diverse Präsentkörbe von Partei und Verwaltung geschenkt.
Der zweite ist der nächste
Da Eckstein sein Direktmandat im Wahlbezirk Dischingen errungen hatte, wäre sein direkter Nachrücker laut den Stimmergebnissen Robert Mundinger gewesen. Dieser hatte jedoch bereits im Vorfeld aufgrund von privaten Angelegenheiten das Amt abgelehnt. Deshalb drehte sich das Nachrücke-Karussell weiter und stoppte bei Oliver Milbich aus Dischingen. Dieser hatte eine mögliche Mitarbeit im Gemeinderat bereits ad acta gelegt: „Ich habe es noch nie mitbekommen, dass jemand frühzeitig das Gremium verlässt. Deshalb habe ich nicht damit gerechnet und war dementsprechend überrascht.“

Wie Oliver Milbich auf die Idee kam einen Sportbootverleih auf dem Härtsfeld einzurichten
Dabei ist der 47-Jährige außerordentlich sozial engagiert: Als Betriebsratsvorsitzender der Varta-Consumer-Sparte und Mitglied des Aufsichtsrates der Varta AG ist Milbich es gewohnt, in Gremien zu sitzen. Zudem ist der Familienvater engagiert in Gewerkschafts-Gremien, Mitglied bei örtlichen Vereinen und führt nebenher einen Bootsverleih. Nun wurde er vom Gemeinderat als neues Mitglied festgestellt. „Ich hoffe, die Kollegen haben Nachsicht mit mir, falls ich ein paar Fragen stelle, auf die alle anderen schon Antworten erhalten haben. Ich muss eben etwas aufholen“, so Milbich über seine neue Funktion, bei der er sich primär für die zukunftsfähige Gestaltung der Gemeinde einsetzen möchte. Das passt auch zur Philosophie seines Vorgängers Eckstein: Lokalpolitik, die enkeltauglich ist.

