Kultur

Fake News werden abgeschafft – wie Fatih Çevikkollu in Dischingen die KI durch den Kakao zog

Fatih Çevikkollu widmet sich in seinem neuen Programm der künstlichen Intelligenz – wie er die Zuschauer dabei begeisterte:

Jeder dritte Deutsche hat laut einer Umfrage der R+V-Versicherung Angst vor den gesellschaftlichen Folgen künstlicher Intelligenz – Tendenz: steigend. Dabei werden häufig Themen wie der Verlust des Arbeitsplatzes, Desinformationen, soziale Isolation, mangelnde Transparenz oder diskriminierende Algorithmen genannt. Die Panik ist, zumindest seit dem vergangenen Sonntagabend, eher unbegründet. Schließlich lautete die Devise: ganz locker bleiben und in Zeiten allerhöchster Volatilität den Fatih machen lassen. In seinem neuen Bühnenprogramm „KI – Kritische Intelligenz“ beschäftigte sich Fatih Çevikkollu mit eben jenen Themen und wusste höchst amüsante Antworten auf die Fragen, die uns nachts umtreiben. Dabei gab sich Çevikkollu gewohnt gesellschaftskritisch, ließ Pointen im Sekundentakt auf die Zuhörerinnen und Zuhörer einprasseln und schaffte eine herrliche Ambivalenz zwischen Schenkelklopfern und bemerkenswerten Aussagen zum Nachdenken.

Ohne Aufwärmphase ging Çevikkollu in die Vollen: Was passiert, wenn Geräte und Maschinen intelligenter werden als deren Besitzer und eine individuelle Persönlichkeit entwickeln? Genüsslich erzählte Çevikkollu von Mährobotern, die auf der Autobahn mit Tempo 20 auf dem Weg in den Urlaub Wettrennen veranstalten. Schauspielern hingegen skizzierte Çevikkollu ein eher düsteres Szenario: Bald werden sie vollständig durch computergenerierte Akteurinnen und Akteure ersetzt sein. Die Vorzüge liegen auf der Hand: Sie können zehn Rollen gleichzeitig spielen, vergessen keinen Text und sind nicht in der Gewerkschaft. Dem Beamtentum hingegen attestierte der „kölsche Jung“, der in der Arche ein gern gesehener Gast ist und zuletzt im März 2023 mit seinem Programm „Zoom“ auftrat, gute berufliche Zukunftschancen. Logisch: Wie bitte schön soll man der KI ein Faxgerät erklären?