Gemeindeimmobilien

Nach Neubau des Feuerwehrgerätehauses in Sontheim: Diese Baumängel mussten beseitigt werden

Am Neubau des Feuerwehrgerätehauses in Sontheim an der Brenz müssen diverse Baumängel beseitigt werden. Auch die Finanzierung kommt noch einmal auf den Tisch.

Wer baut, der weiß: Wenn die Handwerker abrücken, muss das noch lange nicht bedeuten, dass der Bau auch fertig ist. Das ist bei einem Einfamilienhaus nichts anderes als bei einem Feuerwehrgerätehaus. Aus diesem Anlass besichtigte der Technische Ausschuss der Gemeinde Sontheim in seiner jüngsten Sitzung den aktuellen Bearbeitungsstand der noch offenen Restarbeiten am seit dem Frühsommer genutzten Neubau an der Ortsumgehungsstraße.

So fehlt beispielsweise noch ein Entwässerungsrohr am großen Übungsturm des Gebäudes und die Außenanlagen rund um die Parkbuchten sind falsch bepflanzt worden. Zudem sind mehrere Hydranten am Rande der Freifläche vor den Ausfahrten für die Feuerwehrfahrzeuge zu tief installiert worden. Größter Mangel ist allerdings der Umstand, dass der große Lagerraum des Gebäudes, in dem auch geruchsintensive Materialien aufbewahrt werden, nicht an das Entlüftungssystem des Feuerwehrgerätehauses angeschlossen ist.

Auch bezüglich der Baukosten besteht aus Sicht des Gemeinderates und der Verwaltung noch Klärungsbedarf. Denn wenn sich am Stand der aktuellen und der noch zu erwartenden Rechnungslegung nichts mehr ändern sollte, dann muss die Gemeinde hier noch zusätzliche Ausgaben in Höhe von 53.000 Euro nachfinanzieren. „Allerdings nur dann, wenn alle Risiken, die wir jetzt einkalkuliert haben, auch tatsächlich so eintreten“, so Bürgermeister Tobias Rief.

Momentan gibt es aber bei einigen Rechnungsposten den Materialbedarf und die Stundensätze betreffend noch offene Fragen in der Sontheimer Kämmerei. Um die entsprechenden Antworten aus erster Hand zu erhalten und die Rechnungsprüfung abschließen zu können, sollen deshalb noch einmal Vertreter des Planungsbüros vor den Gemeinderat zitiert werden.

Was mit dem alten Feuerwehrgerätehaus in der Hauptstraße und weiteren 38 gemeindlichen Immobilien geschehen soll, wollen Verwaltung und Gemeinderat im Rahmen einer Klausurtagung im November beraten. Foto: René Rosin

Ebenso noch geklärt werden muss, wie es mit dem ehemaligen Feuerwehrgerätehaus in der Hauptstraße weitergeht. In der letzten Sitzung des Gemeinderates vor der Sommerpause war über eine zukünftige Nutzung oder den generellen Umgang mit dem alten Sontheimer Kino schon einmal beraten worden. Dieses Gebäude sei aus zwei Gründen „von zentraler Bedeutung“, so Bürgermeister Tobias Rief: die Lage mitten im Ort und die Möglichkeit, es für die verschiedensten Zwecke nutzen zu können. Bei der Gemeindeverwaltung sind deshalb auch bereits diverse Interessenten vorstellig geworden.

Allerdings befindet sich das Gebäude in einem schlechten baulichen Zustand, wie eine Begutachtung durch den Technischen Ausschuss der Gemeinde ergab. Bevor man das Gebäude also beispielsweise für ein Vereinsheim nutzen könnte, müsste es mit immensem finanziellen Aufwand baulich und energetisch auf den neuesten Stand gebracht werden. Angesichts der Haushaltslage der Gemeinde und vor dem Hintergrund anderer anstehender Investitionen, beispielsweise in die Sanierung des Bauhofes, durchaus eine Herausforderung.

Aufgrund der Lage des Gebäudes und der Kassenlage der Gemeinde sind wohl auch Gedankenspiele rund um eine Veräußerung des Areals vorstellbar. Ausweislich des baden-württembergischen Bodenrichtwertinformationssystems Boris-BW beträgt der reine Bodenwert 105.000 Euro. Das jetzige Gebäude des alten Feuerwehrgerätehauses stand zum Stichtag 31. Dezember 2025 mit einem Wert von 124.000 Euro in den Büchern. Der tatsächliche Verkehrswert der Immobilie dürfte allerdings wesentlich über diesen Zahlen liegen.

Das Feuerwehrgerätehaus in Sontheim ist im Mai dieses Jahres pünktlich zur 150-Jahres-Feier fertiggestellt worden. Dennis Straub/Archiv

In Sontheim will man den weiteren Umgang mit dem alten Feuerwehrgerätehaus aber nicht isoliert betrachten, sondern im Gesamtkontext der gemeindlichen Immobilien. Im Rahmen einer Klausurtagung im November wollen Gemeinderat und Gemeindeverwaltung deshalb den Umgang mit 36 in Frage kommenden Gebäuden – 19 in Sontheim, neun in Brenz und acht in Bergenweiler – weiter beraten. Dabei soll es auch um den Bedarf an solchen Räumlichkeiten, beispielsweise für Vereine, gehen.

Unterstellen gewährt

Das alte Feuerwehrgerätehaus wird zurzeit auch bereits wieder genutzt, nämlich von der Ortsgruppe des DRK Sontheim. Das bislang genutzte Gebäude in Brenz hat nur zwei Boxen zum Unterstellen von Fahrzeugen, die Ortsgruppe besitzt aber insgesamt drei. Mit dieser Bewilligung sei allerdings keinerlei Festlegung auf eine zukünftige Nutzung des Gebäudes verknüpft, betonte Bürgermeister Tobias Rief.