Wahlkampf-Event

Trump: Machen guten Job, aber schlechte PR

Bei den Midterms steht Trumps Name nicht auf dem Stimmzettel, dennoch hat er sie zu einer Abstimmung über sich selbst erklärt. Gut einen Monat, bevor es so weit ist, äußert er sich ungewohnt kritisch.

Gut einen Monat vor den wichtigen Parlamentswahlen hat US-Präsident Donald Trump erkennen lassen, dass er sich seiner seit längerem schlechten Beliebtheitswerte bewusst zu sein scheint. Vor Mitarbeitern eines Lastwagen-Herstellers im texanischen Denton pries er wie üblich seine eigene Politik und betonte dann: Das Einzige, was schlecht laufe, sei die Öffentlichkeitsarbeit. Man leiste «phänomenale Arbeit», verkaufe diese aber vielleicht nicht gut. 

Am 3. November wählen die Amerikanerinnen und Amerikaner bei den Zwischenwahlen oder Midterms rund ein Drittel der Senatorinnen und Senatoren neu sowie das gesamte Repräsentantenhaus. Derzeit halten Trumps Republikaner eine knappe Mehrheit in beiden Kongress-Kammern. Seine Politik ist allerdings laut Umfragen unter anderem nach den Spritpreiserhöhungen als Folge des Iran-Krieges unpopulär. 

Demokraten können sich Hoffnung auf Abgeordnetenhaus machen

Die Demokraten können sich Hoffnungen machen, zumindest das Abgeordnetenhaus zurückzuerobern. Gelingt ihnen das, könnten sie unter anderem Trumps Gesetzesinitiativen blockieren und Untersuchungen in Gang setzen.

Seinen schlechten Beliebtheitswerten zum Trotz hat der US-Präsident die Zwischenwahlen mehrfach zu einer Abstimmung über sich selbst erklärt. «Bitte tut so, als würde ich kandidieren», rief er seine Anhänger etwa vor wenigen Wochen bei Parteitag der Republikaner in Dallas auf. Der US-Präsident setzt also weiterhin auf seine Strahlkraft und hofft, seine Anhängerschaft auch dann zum Wählen zu mobilisieren, wenn er selbst nicht auf dem Stimmzettel steht. 

Bereits vor seiner Rede in Denton betonte Trump vor Reportern, dass er im ganzen Land Wahlkampf betreiben werde. Am Abend (Ortszeit) wollte er dafür auch noch in den US-Bundesstaat Oklahoma reisen.