Fußball-Bundesliga

Spektakuläres 3:4: Gladbach verliert auch gegen Mainz

Gladbach und Mainz liefern sich ein packendes Duell. Unter Interimscoach Lichte trifft die Borussia dreimal. Für einen Punkt reicht es trotzdem nicht. Der Sportchef spricht über die Trainersuche.

Borussia Mönchengladbach hat auch das erste Spiel nach der Trennung von Trainer Eugen Polanski verloren. Mit Interimstrainer Jan-Moritz Lichte unterlag die Elf vom Niederrhein dem FSV Mainz 05 spektakulär mit 3:4 (1:2). Gladbach bleibt damit als einziges Team der Liga auch nach vier Spielen punktlos.

Vor 50.717 Zuschauern im Borussia-Park erzielten Phillip Tietz (18. Minute), Sheraldo Becker (45.+1), Eric Martel (78.) und Danny da Costa (89.) die Tore für Mainz. Florian Neuhaus (11.), Isac Lidberg (59.) und Shuto Machino (90.+5/Handelfmeter) trafen für die Gladbacher, für die Kevin Diks zudem einen Elfmeter verschoss (57.). Während die Borussia ganz tief in der Krise steckt, kann Mainz mit dem Saisonstart sehr zufrieden sein. Das Team von Coach Urs Fischer hat sieben Punkte.

Schröder äußert sich zur Trainersuche

Sportchef Rouven Schröder stellte vor der Partie eine baldige Trainerverpflichtung in Aussicht. Es gebe mittlerweile einen klaren Favoriten auf den Job als Nachfolger von Polanski, sagte der 50-Jährige bei Sky. Einen Namen verriet Schröder nicht, sprach aber von «Erfahrung» als wichtigem Faktor. Die erste Partie des Neuen ist nach der Länderspielpause gleich das prestigeträchtige rheinische Derby beim 1. FC Köln.

Übergangscoach Lichte, der auf den gesperrten Kapitän Tim Kleindienst verzichten musste, nahm in der Gladbacher Startelf im Vergleich zum 0:5-Debakel in Freiburg vier Wechsel vor. Unter anderem spielte Neuhaus von Beginn an. Den 29-Jährigen wollte die Borussia eigentlich verkaufen. In dieser Saison hat Neuhaus bisher noch gar keine Rolle gespielt. Das änderte sich nun - und wie!

Mit dem ersten richtigen Gladbacher Angriff erzielte Neuhaus das 1:0. Bei einem Schuss von Lukas Ullrich hielt der Mittelfeldspieler den Fuß rein und fälschte den Ball unhaltbar für den Mainzer Keeper Alexander Schwolow ab. Kurz darauf verhinderte der Vertreter des verletzten Robin Zentner bei einem Kopfball von Jan Leszczynski das zweite Gegentor.

Gladbacher Führung hält nicht lange

Gladbach war gut im Spiel, musste dann aber trotzdem den Ausgleich hinnehmen. Nach einem Mainzer Einwurf passte die Defensive des VfL nicht auf und Tietz traf völlig freistehend zum 1:1.

Es entwickelte sich nun eine ausgeglichene Partie mit Abschlüssen auf beiden Seiten. Nach vorne machte es die Borussia phasenweise nicht schlecht. In der Defensive war dagegen große Verunsicherung zu spüren. Dass die Dreierkette neu formiert war, war deutlich zu sehen - und wurde Gladbach in der Nachspielzeit der ersten Hälfte erneut zum Verhängnis. Becker hatte nach einer Flanke von der rechten Seite im Strafraum sehr viel Platz und traf mit einem perfekt platzierten Kopfball zur Mainzer Führung.

Diks trifft den Pfosten

Gut zehn Minuten nach dem Seitenwechsel hatte die Borussia die große Chance zum Ausgleich. Nach einem Handspiel von Tietz im Mainzer Strafraum und anschließendem Videostudium zeigte Schiedsrichter Robert Hartmann auf den Elfmeterpunkt. Diks scheiterte jedoch am Pfosten.

Den erneuten Rückschlag steckte Gladbach zunächst erstaunlich gut weg. Die Borussia machte Druck und belohnte sich mit dem 2:2 durch Kleindienst-Vertreter Lidberg.

Für einen Punkt reichte es am Ende trotzdem nicht, weil die Gladbacher Abwehr derzeit nicht bundesligatauglich ist. Erst ließ Martel die mitgereisten Mainz-Fans jubeln. Dann erzielte der ebenfalls eingewechselte da Costa das vierte Tor für den 1. FSV. Es war das 16. Gegentor für Gladbach in dieser Spielzeit. Das 3:4 von Machino war nur noch Ergebniskosmetik.