PHP-Webskriptsprache

Sicherheitslücke: Internetangebot teils noch eingeschränkt

Wegen einer Warnung haben viele Einrichtungen in Deutschland ihre Webseiten vom Netz genommen. Teils dauern die Einschränkungen noch an. Anderswo entspannt sich die Lage.

Infolge einer weltweiten Sicherheitslücke sind weiterhin zahlreiche Internetseiten in Deutschland betroffen. Beim offiziellen Hauptstadt-Portal berlin.de gab es zuletzt Einschränkungen. Ebenso sind einige Krankenhäuser in der Region und Universitäten nur eingeschränkt erreichbar. Die S-Bahn Berlin teilte dagegen in der Nacht mit, ihre Internetseiten stünden wieder uneingeschränkt zur Verfügung. 

Wegen einer kritischen Sicherheitslücke in der weit verbreiteten Programmiersprache PHP waren in vielen Bundesländern vorsorglich Webseiten zeitweise vom Netz genommen worden. Am Morgen waren manche Angebote wieder frei geschaltet, darunter viele Internetseiten in Rheinland-Pfalz und im Saarland. Auch in Thüringen sind seit dem späten Mittwochabend viele Seiten wieder online, darunter jene der Staatskanzlei, der Landespolizei und des Innenministeriums. 

Auch mehrere Online-Services der Polizei in Nordrhein-Westfalen waren nach Behördenangaben wieder am Netz. «Nach intensiven Arbeiten konnten die Seiten wieder in Betrieb genommen werden», teilte das Landesamt für Zentrale Polizeiliche Dienste mit. Andere prominente Webseiten in Nordrhein-Westfalen waren allerdings auch heute nicht erreichbar.

Was ist passiert?

Hintergrund ist eine neu entdeckte, schwerwiegende Sicherheitslücke, die weltweit das Fundament zahlreicher Webseiten und Onlinedienste ins Wanken bringt. Kriminelle könnten die Schwachstellen ausnutzen, lautet die Warnung.

Betroffen ist die weit verbreitete Programmiersprache PHP, auf der ein Großteil des gesamten Internets basiert - von einfachen Blogs über große Nachrichtenportale bis hin zu komplexen Onlineshops und Content-Management-Systemen wie WordPress. 

Auch das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) gab eine offizielle Cybersicherheitswarnung heraus. Es müssten rasch Sicherheitsupdates installiert werden, hieß es. Von den Schwachstellen gehe ein großes Bedrohungspotenzial aus. 

Für normale Internetnutzer bestand beim alltäglichen Surfen auf dem Smartphone oder PC zunächst kein direkter Handlungsbedarf, da sich die Sicherheitslücke nicht auf den Endgeräten der Anwender befindet, sondern auf den Servern im Hintergrund. Dennoch können Verbraucher indirekt betroffen sein - etwa durch Ausfälle wichtiger Onlinedienste oder potenzielle Datenabflüsse auf nicht rechtzeitig geschützten Webseiten.