Nach Ballon d'Or: Kane schaut bei Bayerns Pokal-Torfest zu
Zwei Tage nach der Auszeichnung mit dem Ballon d'Or als weltbester Fußballer hat Harry Kane seinen Bayern-Teamkollegen entspannt beim Torfest im DFB-Pokal zuschauen können. Die Torjäger-Dienste des 33 Jahre alten Engländers waren beim 6:1 (2:1) gegen den Zweitligisten 1. FC Magdeburg drei Tage vor dem Bundesliga-Topspiel gegen Borussia Dortmund nicht nötig. Kane durfte sich schonen für den deutschen Clásico.
Die Offensiv-Asse Michael Olise (10./50. Minute), der Kane bei seinem zweiten Tor zum 3:1 auch als sicherer Elfmeterschütze ersetzte, sowie Ismael Saibari (21.) übernahmen zunächst das Toreschießen bei den Münchnern. Alphonso Davies (70.), Nathaniel Brown (73.) und David Santos Daiber (90.+4) erhöhten noch. Der klare Pokalsieg war nicht die einzig positive Nachricht: Vor Anpfiff verkündete Sportvorstand Max Eberl, dass Trainer Vincent Kompany aus dem Krankenhaus entlassen wurde.
Magdeburg kann die Bayern ein wenig ärgern
Die Magdeburger verdienten sich vor tausenden mitgereisten Anhängern trotzdem ein Lob für ihren Auftritt in der ersten Spielhälfte. Der Tabellenfünfte der 2. Liga versteckte sich nicht. Und er ärgerte den Favoriten ein wenig.
Mateusz Zukowski erzielte mit einem abgefälschten Schuss das 1:1 (15.). Und Baris Atik wäre bei einem Pfostenschuss beinahe das 2:2 geglückt (45.+2). Die Bayern-Stars agierten in der Defensive vor Torwart Jonas Urbig, der erneut den angeschlagenen Manuel Neuer ersetzte, bisweilen nachlässig und körperlos.
Als Kane kurz vor 20.00 Uhr zum Aufwärmen den Rasen der Arena betreten hatte, schritt er durch ein Spalier, das seine Teamkollegen ihm zu Ehren bildeten. Auf den Rängen brandete lautstarker Applaus der Zuschauer auf.
Beim Anpfiff wurde der 33 Jahre alte Engländer dann zur Randfigur, weil er nach seiner «unglaublichen, epischen Nacht», von der er in der ARD sprach, eine Verschnaufpause von Aaron Danks bekam. Der Co-Trainer vertrat wie schon beim 3:1 in Freiburg Chefcoach Kompany am Spielfeldrand.
Kompany kann Krankenhaus verlassen
Eberl konnte im ARD-Interview Gutes über den 40 Jahre alten Belgier berichten. Kompany sei am Mittwoch aus dem Krankenhaus entlassen worden. «Das ist die größte und schönste Nachricht für uns alle», sagte Eberl.
Auch eine genaue Diagnose nach dem Zusammenbruch übermittelte Eberl: «Es ist eine Hirnhautreizung, die den Zwischenfall heraufbeschworen hat.» Bayerns Chefcoach soll sich nun zu Hause vollständig erholen und dann zurückkehren.
Zu Kompanys Genesung dürfte beitragen, dass sein Trainerstab und seine Mannschaft auch ohne ihn Siege liefern. Immer wenn die Münchner das Tempo anzogen und die Konzentration hochfuhren, hatten sie gegen Magdeburg alles im Griff. Und die individuelle Klasse blitzte vor allem bei den Toren auf.
Beispielhaft dafür war das 1:0: Youngster Lennart Karl schickte Saibari mit einem wunderbaren Pass in die Tiefe. Der Marokkaner legte quer auf Olise, der den Ball nur noch ins Tor schieben musste. Beim 2:1 war es umgekehrt. Olise bediente Saibari, der mit einem Lupfer über den Torwart vollendete. Kein Schussglück hatte Jungstar Karl, der viel versuchte, aber bei einem wuchtigen Abschluss seinen Meister in Magdeburgs Torwart Dominik Reimann fand (59.).
Atik verpasst beim Pfostenschuss das 2:2
Bei der Arbeit gegen den Ball fehlte den Münchnern allerdings bisweilen die nötige Schärfe. Aushilfs-Kapitän Jonathan Tah agierte zu zögerlich beim Gegentor. Und nach dem Pfostenschuss von Atik musste Torwart Urbig energisch gegen den nachsetzenden Bayern-Leihspieler Felipe Chavez klären.
Spätestens nach dem lässig verwandelten Elfmeter von Olise zum 3:1, vor dem der eingewechselte Davies gefoult wurde, war die Siegerfrage aber geklärt. Danks konnte munter wechseln - Kane wurde an diesem Abend nicht gebraucht.
