Jubel! Freu! «Micky-Maus»-Heft feiert 75 Jahre
Donald ächzt, Dagobert zählt seine Taler und Tick, Trick und Track treiben Unfug: Seit Generationen sind die Bewohner von Entenhausen vielen Lesern vertraut. Nun wird das «Micky Maus Magazin» 75 Jahre alt. Am 29. August jährt sich das Erscheinen der ersten deutschen Ausgabe. Der Verlag Egmont Ehapa Media feiert das mit einer Sonderausgabe und einem Pop-up-Store in der Shopping-Mall Bikini Berlin, der heute bereits eröffnet wurde.
«Heute ist Donald unser absoluter Superstar»
Auch nach 75 Jahren werden die Abenteuer von Micky, Donald, Dagobert und den anderen Bewohnern Entenhausens noch immer gelesen. Früher habe man ein bisschen mehr Micky Maus im Magazin gehabt, sagt Magazin-Verleger Jörg Risken. «Heute ist Donald unser absoluter Superstar.»
Doch wie schafft es das Magazin, relevant zu bleiben? Zum einen sei das den spannend geschriebenen Geschichten und der Bekanntheit der Charaktere zu verdanken, die immer wieder neue Abenteuer erlebten, erklärt Risken. «Außerdem gelingt es uns, denke ich, ganz gut, dass wir heutzutage auch immer noch aktuelle Ereignisse mit in die Geschichten integrieren.»
Vor einigen Jahren habe man begonnen, mit dem Magazin Regionen in Deutschland zu besuchen und einzubinden. Und: «Wir dukifizieren Stars aus dem öffentlichen Leben, und dadurch bleiben wir einfach auch immer noch relevant für die Generation von heute.»
Alles begann in den 50er Jahren
Als am 29. August 1951 in Deutschland die erste «Micky Maus» erschien, hatten Comics hierzulande noch einen schweren Stand. Die bunten Bildergeschichten mit den Sprechblasen wurden als «anspruchslose Hefte für Analphabeten» geschmäht, die zu «Verblödung», einer «völligen Verflachung des Verstandes» und «Gefühlsverrohung» führen würden. Sogar gerichtlich sollte «Micky Maus» verboten werden.
Geblieben ist davon wenig - außer vielleicht dem gelegentlichen «Ächz», «Grummel» oder «Bibber». Solche auf den Wortstamm verkürzten Verben, dem sogenannten «Erikativ», gehen auf die erste «Micky Maus»-Chefredakteurin Erika Fuchs zurück.
Über ihre Sprachschöpfungen, Übersetzungen und Literaturanspielungen («Dem Ingeniör ist nichts zu schwör») wurden wissenschaftliche Abhandlungen geschrieben und der «Erikativ» fand Eingang in die Alltagssprache.
In der Geburtstagsausgabe geht es gewohnt turbulent zu. So schreiben Tick, Trick und Track ihren eigenen Comic: «Es fliegen Roboter auf einem Mammut durch Entenhausen, Hai-Piraten attackieren Dagobert und seinen Geldspeicher und wildgewordene Dinosaurier trampeln Daisy Ducks Rasen platt», wie der Verlag mitteilt.
