Fußballfest in Madrid

Großer Jubel in Spanien: Zwei Millionen feiern WM-Titel

Eine riesige Menschenmenge feiert in Madrid Spaniens zweiten Triumph bei einer Fußball-WM. Die Begeisterung für Rodri, Lamine Yamal und Co. kennt kaum Grenzen.

Den hochverdienten Weltmeistertitel der spanischen Fußball-Nationalelf haben nach offiziellen Angaben rund zwei Millionen Menschen auf den Straßen der Hauptstadt Madrid gefeiert. Bei der Parade im offenen Bus durch das Zentrum der Metropole jubelten die begeisterten Menschen den frisch gekrönten Weltmeistern um Rodri und Jungstar Lamine Yamal zu. 

Auf Wolke sieben 

«Ich schwebe buchstäblich auf Wolke sieben», sagte Ferran Torres, der Schütze des 1:0-Siegtores im Finale gegen Argentinien, kurz vor Beginn des Korsos. Die Regierung schätzte die Zahl der Menschen entlang der Busfahrt und bei der Riesenparty am Cibeles-Platz auf insgesamt rund zwei Millionen. Das wären noch mehr als beim Besuch von Papst Leo dem IV. im Juni.

Die Spieler tanzten, sangen und stellten immer wieder den gewonnenen WM-Pokal zur Schau. Allein am Cibeles-Platz, wo der Höhepunkt der Riesenparty war, warteten nach Schätzung der Hauptstadt-Behörden rund 120.000 Menschen - meist in roten Hemden - auf den Bus mit «La furia roja» (der roten Furie), wie die spanische Auswahl genannt wird. 

Klare Botschaft von de la Fuente

Nacheinander betraten dort die 26 Spieler des Nationalteams von Trainer Luis de la Fuente die Bühne, tanzten, umarmten sich, winkten der Menge zu und reckten den WM-Pokal in die Höhe. Als die Moderatoren den Namen Yamals aufriefen, donnerte noch vor seinem Erscheinen schon ohrenbetäubender Applaus los, wie die Zeitung «El País» schrieb. Auch der Torschütze vom Vortag, Ferran Torres, bekam Riesenapplaus. De la Fuente hatte eine ebenso einfache wie wuchtige Botschaft: «Gemeinsam sind wir stärker», rief er den Menschen zu.

Die Fans hatten den zweiten WM-Titel Spaniens nach 2010 schon seit dem frühen Abend bei Live-Musik und einer Show gefeiert. Hochsommerliche Temperaturen von weit über 30 Grad auch am Abend hielten sie nicht davon ab, ihren Fußball-Helden so nahe wie möglich zu kommen.

Spanien holten verdient den Titel

Der Europameister hatte Argentinien mit 1:0 niedergerungen. Der Titelverteidiger um Superstar Lionel Messi verzeichnete erst in den Schlussminuten der Verlängerung seinen ersten Torschuss. Der 39-jährige Messi ließ seine Zukunft zunächst offen. «Der Schmerz ist unermesslich, und diese Wunde braucht Zeit zum Heilen», schrieb der langjährige Profi des FC Barcelona in einem Post bei Instagram.

Empfänge beim König und beim Regierungschef 

Nach ihrer Rückkehr aus den USA am frühen Nachmittag waren die Mitglieder der spanischen Auswahl zunächst von König Felipe VI., seiner Frau, Königin Letizia, sowie ihren beiden Töchtern, der Prinzessin Leonor und der Infantin Sofía, empfangen worden. Die Königsfamilie war schon beim Finale im MetLife Stadium in East Rutherford bei New York dabei und hatte an der Siegerehrung auf dem Rasen teilgenommen.

Anschließend stattete die Mannschaft Ministerpräsident Pedro Sánchez einen Höflichkeitsbesuch ab. «WIR SIND WELTMEISTER!!», hatte er in Großbuchstaben auf der Plattform X geschrieben. «Unsere Nationalmannschaft ist einfach großartig! Danke, Team.», fügte Sánchez hinzu.

Nach dem Feier-Marathon in Madrid verabschieden sich die müden aber überglücklichen Nationalspieler dann ab Dienstag in einen mehrwöchigen Sommerurlaub. Beliebte Ziele der spanischen Profis sind traditionell Ibiza, Mallorca oder private Urlaubsdomizile in Übersee. Dann finden sie auch vielleicht erstmals Zeit, den verdienten Finalsieg gegen Argentinien mit all seinen emotionalen Begleiterscheinungen in Ruhe zu verarbeiten.