Diese Kodi-Filialen schließen – weitere könnten folgen
Das Filialnetz des angeschlagenen Non-Food-Discounters Kodi wird sich weiter verkleinern. Wie das Unternehmen mitteilte, werden 19 der 144 Geschäfte aufgegeben. Für 56 ist die Zukunft demnach offen, die Verhandlungen über eine Fortführung laufen noch. 69 Filialen sollen dagegen in jedem Fall erhalten bleiben. Die Kodi Handels GmbH hatte im Juli die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung beantragt.
Diese Filialen müssen schließen: Ahaus, Alpen, Bochum-Drehscheibe, Duisburg-Rumeln, Düsseldorf-Oberbilk, Emmerich, Essen-Kupferdreh, Essen-Steele, Gelsenkirchen-Buer, Jülich, Kleve Herzogstraße, Königswinter, Mönchengladbach-Wickrath, Selfkant-Tüddern, Siegburg, Solingen Kirchstraße, Wuppertal-Vohwinkel, Wuppertal-Barmen II, Zülpich.
Für die Filialen, die sich allesamt in Nordrhein-Westfalen befinden, gibt es nach Unternehmensangaben keine wirtschaftlich tragfähige Perspektive. Der Räumungsverkauf soll jetzt beginnen. Den betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern müsse nach der für Anfang Oktober erwarteten Eröffnung des Insolvenzverfahrens gekündigt werden, heißt es. Bis wann die Geschäfte schließen und wie viele Beschäftigte betroffen sind, wurde nicht mitgeteilt. In einer Filiale arbeiten im Schnitt sechs Menschen. Kodi hat nach eigenen Angaben knapp 1.200 Beschäftigte.
Geschäftsführung leitet Sanierung selbst
Kodi-Geschäftsführer Fabian Grund verwies auf belastende Wochen für die Beschäftigten, räumte jedoch ein: «Wir sind froh, dass es trotz der herausfordernden Rahmenbedingungen gelungen ist, bereits viele Standorte und die damit verbundenen Arbeitsplätze zu sichern.» Welche 56 Filialen gefährdet sind und welche 69 sicher weiter betrieben werden, wurde nicht gesagt.
Der Discounter hatte den Insolvenzantrag im Juli mit der schwierigen Lage im Einzelhandel begründet. Löhne und Gehälter waren nach Unternehmensangaben bis September durch Insolvenzgeld gesichert. Bei einer Eigenverwaltung bleibt die Geschäftsführung im Amt und leitet die Sanierung selbst.
Kodi hatte 2024 bereits ein Schutzschirmverfahren beantragt. Von etwa 240 Filialen blieben anschließend nur 150 übrig, die meisten in Nordrhein-Westfalen. Mehr als 500 Beschäftigten wurde gekündigt. Das 1981 gegründete Einzelhandelsunternehmen verkauft vor allem Haushaltswaren und Drogerieartikel. Firmensitz ist in Oberhausen, der Sitz der Gesellschaft in Landsberg in Sachsen-Anhalt.
Viele Schließungen und Insolvenzen in der Branche
Die Kodi-Muttergesellschaft hatte im Februar den Non-Food-Discounter Mäc Geiz übernommen. Die vor allem in Ostdeutschland vertretene Handelskette mit gut 180 Filialen stellte im Mai ebenfalls einen Insolvenzantrag. Kürzlich wurde bekannt, dass rund 50 Läden geschlossen werden müssen.
Im Einzelhandel gab es zuletzt weitere prominente Fälle. So traf es unter anderem die Deko-Kette Depot. Das dahinterstehende Unternehmen stellt Ende September den Geschäftsbetrieb ein. Arbeitsverhältnisse und Mietverträge wurden gekündigt. Die Baumarktkette Hellweg und die BayWa Bau- & Gartenmärkte beantragten im Juni ein Sanierungsverfahren in Eigenverwaltung. Die Unternehmen sollen abgewickelt und ihre Marken aufgegeben werden. Andere Händler übernehmen einen Teil der Filialen.
Nach Angaben des Kreditversicherers Allianz Trade hat die Zahl der Insolvenzen im Einzelhandel ein Zehnjahreshoch erreicht. Zwischen Juni 2025 und Mai 2026 meldeten demnach gut 2.600 Einzelhändler Insolvenz an. Die Dynamik habe sich zuletzt leicht abgeschwächt, hieß es.
