Frankfurt/Main.  / dpa Die Abkehr vom Verbrennungsmotor stellt nicht nur Hersteller der Fahrzeuge vor hohe Herausforderungen.

Viele Verbraucher können sich mit der elektrischen Verkehrswende noch nicht anfreunden – auf der IAA hadern auch Hersteller und Zulieferer mit dem Übergang in die neue Autowelt. Weil in mittlerer Frist mit mehr E-Autos kalkuliert wird, sind auch Zulieferer gezwungen, sich neu auszurichten. Insgesamt weniger Arbeitsvolumen, aber ganz andere Kompetenzen sind für den Bau von Elektroantrieben im Vergleich zu Verbrennungsmotoren nötig.

Der Dax-Konzern Continental etwa schwenkt von mechanisch-hydraulischer Technik immer stärker zu Elektronik und Sensorik um – ein Jobabbau bis hin zu möglichen betriebsbedingten Kündigungen könnte folgen.

Der Konkurrent Hella kann sich ebenfalls nicht der Schwäche an den Automärkten entziehen. In der zweiten Hälfte des Ende Mai zu Ende gegangenen Geschäftsjahres spürte der MDax-Konzern die flaue Branchenkonjunktur. Firmenchef Rolf Breidenbach sieht zahlreiche Herausforderungen: „Wir müssen lernen, in einem sich konsolidierenden oder vielleicht schrumpfenden Markt Geschäfte zu machen.“ Für den Manager steht derzeit aber kein Abbau eines Teils der rund 40 000 Jobs im Raum. Wegen eines guten Orderbuchs und vieler Instrumente, um Geschäftsschwankungen auszugleichen, sei der Konzern gut aufgestellt.

Schaeffler-Chef Klaus Rosenfeld empfindet den Umbruch der Autobranche auch als Ansporn für die Zulieferindustrie. „Ich sehe den Wandel als große Chance, wenn man es jetzt richtig macht.“ Trotz der derzeitigen Branchenkrise werde es Autozulieferer auch 2030 noch geben. Gleichwohl stünden sie in Anbetracht der E-Mobilität vor großen Herausforderungen. Mit Blick auf die Jobs dürfe man sich nichts vormachen. „Der Elektroantrieb braucht weniger Teile.“

Auf der Messe ziehen die neben E-Autos nach wie vor stark präsenten Stadtgeländewagen (SUV) Proteste von Klimaschützern auf sich. Eine Debatte entzündete sich auch an der Gefahr durch die hohen Fahrzeuge bei Unfällen. „Ich halte relativ wenig von Regulierung“, sagte Porsche-Chef Oliver Blume. „Nichtsdestotrotz kann man sich auch in den deutschen Städten Gedanken machen, ob SUV da die richtigen Fahrzeuge sind.“ dpa