Berlin / Thomas Veitinger Digitale Gesundheitsangebote werden beliebter. Bald wird die E-Patientenakte Pflicht.

Bernhard Rohleder benötigte medizinische Hilfe. „Ich habe mich an ein großes Portal mit Video-Sprechstunden gewandt. Es hat sehr gut funktioniert“, erzählte der Bitkom-Chef – der mit seiner Erfahrung nicht allein ist: 87 Prozent der 124 Nutzer in einer Untersuchung des IT-Bundesverbandes fanden ihren digitalen Arztbesuch „gut“ oder „sehr gut“. Für Rohleder „ein sensationeller Wert“.

Generell sind Patienten gegenüber digitalen Gesundheitsangeboten zunehmend aufgeschlossen. 13 Prozent von 1005 Befragten haben in diesem Monat für Video-Sprechstunden schon ihr Tablet oder den PC angeschaltet. Im Mai 2019 waren es nur 5 Prozent. „Patienten und medizinisches Personal werden vor Ansteckung geschützt, Fahrtwege und Wartezeiten entfallen“, nennt Rohleder als Gründe.

Große Offenheit macht Bitkom auch bei Apps auf Rezept aus. Es dauert nur noch Wochen, dann können Ärzte in Deutschland erstmals Gesundheits-Apps für das Smartphone verschreiben. Anfang 2021 folgt die Einführung der elektronischen Patientenakte, 2022 wird das E-Rezept zur Pflicht. Wobei der Einsatz freiwillig ist, betonte Rohleder. Auch hier gibt es große Aufgeschlossenheit unter den Befragten, von denen ein Drittel sogar die Diagnose einer Künstlichen-Intelligenz-Anwendung der eines unerfahrenen Arztes vorzieht. vt