Athen / dpa Ein Gericht verhängt Haftstrafen gegen 22 Ex-Mitarbeiter. Der Ex-Vorstandschef will Berufung einlegen.

Nach dreijähriger Verhandlung hat ein Gericht in Athen insgesamt 22 ehemalige Mitarbeiter der Siemens AG und des früheren staatlichen griechischen Telekommunikationsunternehmens OTE wegen Bestechung und Geldwäsche zu Haftstrafen zwischen 6 und 15 Jahren verurteilt. Unter den Verurteilten ist auch der langjährige Vorstands- und Aufsichtsratschef Heinrich von Pierer. Der 78-Jährige kündigte an, gegen das Urteil Berufung einzulegen.

Bei dem Mammutverfahren ging es hauptsächlich um Schmiergelder, die Mitarbeiter von Siemens nach 1997 an Entscheidungsträger in Griechenland gezahlt haben sollen, damit der deutsche Hersteller die Digitalisierung des griechischen Telefonnetzes übernehmen darf. Der Prozess dürfte nun in höheren Instanzen fortgesetzt werden.

Von Pierer schreibt in einer Stellungnahme: „Wir werden außerdem beantragen, dass das Urteil in Deutschland nicht vollzogen wird, weil es gegen elementare rechtsstaatliche Prinzipien verstößt.“ Das Verfahren habe sich großteils auf Unterlagen aus einem Ermittlungsverfahren in Deutschland gestützt. Die Ermittlungen der deutschen Staatsanwaltschaft hätten keinen strafrechtlichen Vorwurf gegen ihn ergeben, so von Pierer. Die jetzige Verurteilung sei dann „völlig überraschend“ erfolgt. dpa