Frankfurt / Rolf Obertreis Eigentlich braucht das Institut eine neue Strategie. Doch nun müssen erst Nachfolger gesucht werden.

Beobachter stufen den Rücktritt an der Commerzbank-Spitze als höchst problematisch ein. Nachdem sowohl Vorstandschef Martin Zielke als auch der Aufsichtsratsvorsitzende Stefan Schmittmann ihr Gehen angekündigt haben, entstehe ein Führungsvakuum. Zielke wollte eigentlich eine neue Strategie Anfang August vorlegen. Dazu kommt es jetzt nicht mehr.

„Ich möchte den Weg für einen Neuanfang freimachen. Die Bank braucht eine tiefgreifende Transformation und dafür einen neuen CEO, der vom Kapitalmarkt auch die notwendige Zeit für die Umsetzung seiner Strategie bekommt“, begründete Zielke seinen Schritt. Ähnlich äußert sich Schmittmann. Auch er übernimmt die Verantwortung für die schlechte Entwicklung der Bank. Jetzt solle es frei von immer wieder aufflammenden Personaldebatten weitergehen.

Wer die Aufgaben der beiden Manager übernehmen könnte, ist freilich völlig unklar. Intern würde sich Firmenkunden-Vorstand Roland Boekhout anbieten. Er hat früher die ING DiBa über Jahre erfolgreich geleitet, ist allerdings erst seit Jahresanfang bei der Commerzbank. Daneben wird auf Finanzchefin Bettina Orlopp verwiesen. Sie hat diese Aufgabe allerdings erst im Frühjahr übernommen.

Dass die Commerzbank jetzt übernommen werden könnte, möglicherweise doch durch die Deutsche Bank, gilt als unwahrscheinlich. otr

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