Berlin / Jana Reimann-Grohs Top-Managerinnen auf dem Vormarsch: Anteil weiblicher Führungskräfte wächst.

Noch nie waren so viele Frauen in Spitzenpositionen deutscher Unternehmen. Dies geht aus dem „Managerinnen-Barometer 2020“ hervor, den das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) am Mittwoch in Berlin vorgestellt hat. Die seit 2015 geltende Frauenquote von 30 Prozent in Aufsichtsräten sorgte für Zuwächse in Vorständen.

Im Herbst 2019 wurden 500 Unternehmen unter die Lupe genommen. Die 200 umsatzstärksten Unternehmen haben erstmals die Zehn-Prozent-Marke geknackt: Während der Frauenanteil 2006 noch bei 1,2 Prozent in Vorständen und 7,8 Prozent in Aufsichtsräten lag, ist er 2019 auf 10,4 und 28,2 Prozent gestiegen. Im Vorjahr hatten die Vorstände im Schnitt nur 9 Prozent und die Aufsichtsräte nur 26,9 Frauen.

Für erschwerte Frauenkarrieren macht die Forschungsgruppe unter anderem männlich geprägte Unternehmenskultur und stereotype Belohnungssysteme verantwortlich. Erstmals wurden auch qualitative Interviews mit einbezogen. Danach gibt es Hinweise, dass die sich verändernde Zusammensetzung der Aufsichtsräte den Vorständen mittelfristig mehr weibliche Führungskräfte beschere, sagte Studienleiterin Katharina Wrohlich. Neben öffentlichem und politischem Druck, der zur Einhaltung der Geschlechterquote zwinge, hätten Aufsichtsratsmitglieder erheblichen Einfluss auf die Zielsetzungen, Frauen an die Spitze zu stellen. Jana Reimann-Grohs