Berlin / Von Caroline Strang Vor Weihnachten schiebt die gesamte Branche Zusatzschichten. Was Verbraucher über das Geschäft mit Digitaldruck wissen sollten. Von Caroline Strang

Vor einigen Jahren, in der Zeit der analogen Fotografie, war das dritte Quartal die Hochphase für die Branche. Viele Menschen hielten ihre Urlaubserinnerungen in Fotoalben fest. Das hat sich geändert: Das Geschäft brummt nun in den Wochen vor Weihnachten. Denn Fotobücher haben sich zu einem beliebten Geschenk entwickelt. Welche Anbieter zu empfehlen sind, welche Fristen und Preise gelten und was man beachten sollte, wird hier erklärt:

Welche unterschiedlichen Arten von Fotobüchern gibt es? Bei den meisten Anbietern ist die Auswahl groß. Verschiedene Formate und Größen stehen zur Verfügung. Ob hochkant, quer, im Miniaturformat, Din A5 oder A4 kann der Kunde selbst entscheiden. Außerdem gibt es die Bücher entweder mit richtigem Fotopapier oder als Digitaldruck, mit verschiedenen Bindungen wie Ring- oder Klebebindung und mit einem Umfang, der je nach Anbieter auch 300 Seiten umfassen kann. Der Kunde kann auch zwischen einer matten oder einer Hochglanz-Ausführung entscheiden.

Wieviel kostet ein Fotobuch? Wählt man beispielhaft eines der beliebtesten Produkte aus – ein fest gebundenes Din A4-Buch im Digitaldruck matt mit 26 Seiten – ergeben sich beim Preis deutliche Unterschiede. Bei Aldi und Lidl ist man bereits mit knapp 18 € inklusive Porto dabei. Bei Online-Anbietern wie Cewe oder Pixum ab fast 27 €. Saal Digital verlangt für diesen Seitenumfang – allerdings auf Fotopapier – 35 €. Hochglanz, mehr Seiten oder besondere Papierqualität verursachen Aufpreise.

Wer ist qualitativ der Beste? Das Online-Portal Chip.de hat aktuell die führenden Anbieter verglichen. Die Tester zogen ein positives Fazit: Die Druck- und Fertigungsqualität habe anbieterübergreifend deutlich zugelegt im Vergleich zum Vorjahr. Die hauptsächlichen Unterschiede seien bei der Bedienbarkeit der Software und den Preisen zu finden. Es wurden 20 Produkte von elf Anbietern genauer unter die Lupe genommen.

Sieger war wie im Vorjahr Saal Digital. Allerdings konnten in Sachen Qualität auch Cewe, Aldi und Lidl punkten. Der Service überzeugte die Tester vor allem bei MyFujifilm, Whitewall und Pixum. Eine mittelmäßige Software und einen befriedigenden Kundenservice sehen sie bei Lidl.

Welche Tipps gibt es zur Planung eines Fotobuchs? Der bequemste Weg geht über eine Desktop-Software, die man sich bei einigen Anbietern herunterladen kann, sagt der Pressesprecher von Cewe, Christian Stamerjohanns. Diese habe einen größeren Funktionsumfang, mit Maus und Tastatur kann man am besten gestalten. Vor dem Start sollte man die besten Fotos auswählen. „Dann fällt es leichter, den Überblick zu behalten.“ Außerdem sollte man darüber nachdenken, welches Format und welches Papier am besten zum geplanten Projekt passen und ob man selbst gestalten will oder die Software die Fotos auf den Seiten verteilt.

Wie entwickelt sich der Markt? Am Beispiel Cewe, einer der größten Anbieter, der unter anderem mit bekannten Handelspartnern kooperiert, sieht man, dass der Markt immer noch wächst. 2018 hat das Unternehmen mit Sitz in Oldenburg insgesamt 6,18 Mio. Fotobücher verkauft, davon 3,69 Mio in den ersten drei Quartalen und 2,49 Mio. im vierten Quartal. 2019 waren es in den ersten drei Quartalen 3,97 Mio. Exemplaren. „Wir sehen also im Jahresverlauf ein deutliches Wachstum im Vergleich zum Vorjahr.“ Das Unternehmen hat 2018 einen Umsatz von 653 Mio. € verzeichnet, 40 Prozent davon mit Fotobüchern.

Wann muss ein Fotobuch, das als Weihnachtsgeschenk gedacht ist, spätestens eingeschickt werden? „An Spitzentagen vor Weihnachten haben wir im Vergleich zu normalen Tagen die zehnfache Menge an Bestellungen“, erklärt der Cewe-Pressesprecher. Um das zu bewältigen, werde die Zahl der Mitarbeiter verdoppelt und im Dreischichtbetrieb inklusive Wochenende gearbeitet. Damit das Fotobuch pünktlich zum Fest ausgeliefert werden kann, muss die Bestellung bis 18. Dezember im Digitaldruck beziehungsweise 17. Dezember auf Fotopapier übermittelt werden. Auch bei Aldi und Lidl herrscht in der Vorweihnachtszeit erhöhte Nachfrage. Aldi empfiehlt auf Nachfrage dieser Zeitung eine Bestellung bis 12. Dezember, bei Lidl sollten Din A4-Bücher bis spätestens 16. Dezember geordert werden.

Die Zuwachsraten lassen nach