Rüsselsheim / Autobauer streicht 2100 Stellen. 2000 weitere Mitarbeiter sollen freiwillig gehen. Der Spardruck nimmt zu.

Der deutsche Autobauer Opel steht erneut vor Einschnitten. Ein Programm für das freiwillige Ausscheiden wird für weitere 2100 Beschäftigte geöffnet. Im Gegenzug sind betriebsbedingte Kündigungen bis Ende 2025 ausgeschlossen. Gleichzeitig wird die Auslastung des Stammwerkes in Rüsselsheim im Zwei-Schicht-Betrieb durch die Produktion des Mittelklassemodells Astra als Limousine von an 2021 an und als Kombi von 2022 gesichert.

Rüsselsheim stark betroffen

Die Maßnahmen, stellten Opel-Personalchef Ralph Wangemann und Betriebsratschef Wolfgang Schäfer-Klug am Dienstag in einer Betriebsversammlung vor. Damit soll die  Zahl der Opelaner in Europa von knapp 30 000 auf 28 000 sinken. In einem weiteren Schritt könnten weitere 2000 Stellen durch ein ausgeweitetes freiwilliges Abfindungsprogramm wegfallen, heißt es in Opel-Kreisen. Als Gegenleistung für den diesen Schritt verlängert sich der Kündigungsschutz der verbleibenden Beschäftigten um zwei Jahre bis Mitte 2025.

Das freiwillige Abfindungsangebot gilt für alle Standorte, also auch für die Werke in Eisenach und in Kaiserslautern. Der Abbau dürfte vor allem den Standort Rüsselsheim betreffen. Das dortige Werk ist nicht ausgelastet, seit Monaten gilt dort daher Kurzarbeit. Besonders im Prototypen- und Werkzeugbau soll es Einschnitte geben. Insgesamt arbeiten in Rüsselsheim in Fertigung, Entwicklung und Verwaltung noch 12 000 Menschen.

In Eisenach dagegen ist Opel mit der Produktion des Modells Grandland X dem Vernehmen nach ausgelastet. Das Komponentenwerk Kaiserslautern bleibt für den Autobauer wichtig. Dort könnte zudem eine Produktion von Batterien angesiedelt werden, hat Opel-Chef Michael Lohscheller durchblicken lassen.

Lohscheller steht unter starkem Druck von Carlos Tavares, dem Chef der französischen Opel-Mutter PSA. Auch wenn Opel 2019 mit vermutlich deutlich mehr als 1 Mrd. € einen Rekord-Betriebsgewinn erzielt haben dürfte, arbeiten die Werke in Deutschland nicht so effizient wie die PSA-Werke in Frankreich. Zudem sorgt die Fusion von PSA mit Fiat-Chrysler für massiven Druck. Rolf Obertreis

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