Frankfurt/Main / Etwa ein Prozent aller Darlehen ist betroffen. Vorstand hält weitere Sparmaßnahmen nicht für nötig.

Immer mehr Kunden der Deutschen Bank können wegen der Corona-Krise ihre Kredite nicht mehr bedienen. „Wir haben bislang insgesamt etwa 70 000 Stundungsanträge von Privatkunden der Deutschen Bank und der Postbank erhalten“, sagte der stellvertretende Vorstandsvorsitzende Karl von Rohr. Dabei handle es sich um einen einstelligen Prozentsatz des gesamten Kreditportfolios der Bank. Allerdings steige die Zahl der Stundungsanträge deutlich langsamer als noch im Frühjahr. Ein schärferes Sparprogramm oder weitere Filialschließungen hält von Rohr derzeit aber nicht für nötig: „Wir halten an dem geplanten Kostenziel fest, werden uns aber anstrengen, noch schneller unsere Ziele zu erreichen.“ Die Bundesregierung hatte in der Corona-Krise allen Verbrauchern ermöglicht, laufende Kredite vorübergehend zu stunden. Ende Juni lief dieses gesetzliche Kreditmoratorium aber aus.

Deutschlands größtes Kreditinstitut hatte sich im Sommer 2019 einen radikalen Umbau verordnet, in dessen Zuge 18 000 Jobs wegfallen sollen. Einem erneuten Versuch einer Fusion mit der Commerzbank erteilte von Rohr eine Absage: „Wir haben uns vergangenes Jahr entschieden, von einem Zusammenschluss mit der Commerzbank abzusehen und stattdessen unsere eigenständige Strategie umzusetzen.“ dpa