Berlin / dpa Viele Kunden der Lufthansa warten offenbar noch auf ihr Geld.

Der Streit über fehlende Ticket-Erstattungen der Fluggesellschaften in der Corona-Krise verschärft sich: Der Chef des Verbraucherzentrale Bundesverbands, Klaus Müller, warf der Lufthansa Vorsatz vor. „Es gibt bisher nur vereinzelte Erstattungen. Selbst die Lufthansa, die wir Steuerzahler mit neun Milliarden Euro stützen, kriegt es bisher nicht auf die Reihe, ihren Kunden das Geld für ausgefallene Flüge zurückzugeben“, sagte Müller der „Rheinischen Post“. „Ich halte das nicht für Unfähigkeit, sondern ganz klar für Vorsatz.“

„Die Lufthansa hat automatisierte Erstattungssysteme abgeschaltet und spielt weiter auf Zeit“, führte Verbraucherschützer Müller aus. Der Konzern wies die Vorwürfe zurück. Kommende Woche würden die automatisierten Prozesse dafür wieder eingeschaltet. Die Airline habe bereits 1,4 Milliarden Euro Erstattungen an Kunden ausgezahlt.

Bei der Lufthansa gingen nach Angaben von Vorstand Harry Hohmeister mehr als zwei Millionen Erstattungsanfragen ein. Die Airline sei von der Corona-Krise „überrollt“ worden. afp