Ulm / Katrin Stahl Waschmaschinen im Januar, Kaffee im April und Konsolen im Dezember. Wann sind welche Produkte besonders günstig? Antworten gibt der Sparkalender. Von Katrin Stahl

Sale. An den knallroten Lettern kommt zurzeit niemand vorbei. Ob in der Fußgängerzone oder im Einkaufszentrum: Die Modehändler senken kräftig die Preise. Doch auch im weiteren Jahresverlauf können Kunden oftmals bares Geld sparen. „Das ungeschriebene Gesetz, antizyklisch zu kaufen, gilt noch immer“, sagt Sebastian Krichler vom Blog Schnäppchenfuchs. Allerdings sei der „Kauf gegen die Jahreszeit“ nicht immer ein Garant für niedrige Preise.

Im Online-Handel sind Preisschwankungen innerhalb eines Tages keine Seltenheit. „Dynamic Pricing“ nennt sich das Prinzip, bei dem der Verkaufspreis an die aktuelle Nachfrage angepasst wird. Das Ziel: den Verkauf ankurbeln und den Absatz optimieren. Stationäre Händler setzen dagegen eher auf eine saisonabhängige Preisbildung. Regelmäßig veröffentlicht das Statistische Bundesamt mit seinem Verbraucherpreisindex die Preisentwicklung unterschiedlicher Warengruppen im Jahresverlauf. Doch wann sind welche Produkte besonders günstig? Ein Blick auf Statistiken, Auswertungen von Online-Vergleichsportalen und Angebote der vergangenen Jahre lohnt sich. Das Ergebnis: ein Schnäppchenkalender.

Januar: Die Feiertage sind vorbei, auf den Restbeständen vom Sekt wollen die Händler nicht sitzenbleiben. Die Preise sinken. Der Rotstift wird außerdem oft bei großen Haushaltsgeräten wie Waschmaschinen und Trocknern angesetzt.

Februar: Noch ist es kalt draußen. Über den baldigen Frühjahrsbeginn kann man sich allerdings jetzt schon Gedanken machen. Fahrräder und Helme sind vor Beginn der Saison oft billiger zu haben. Zuschlagen sollten Käufer jetzt zudem bei Gartenmöbeln und Gartengeräten.

März: Mit den steigenden Temperaturen purzeln die Preise für Skier und Snowboards. Schließlich endet bald die Wintersportsaison.

April: Kaffee- und Espressomaschinen sowie Bohnenkaffee sind jetzt oftmals besonders günstig. Und die Nachfrage ist groß. Laut dem Portal Statista lag in Deutschland der Pro-Kopf-Verbrauch von Bohnenkaffee 2018 bei rund 164 Litern.

Mai: Nach den Neuerscheinungen in gebundener Form bringen viele Verlage nun die Taschenbuchausgabe auf den Markt. Die passt oft besser ins Gepäck für den baldigen Sommerurlaub – und ist zudem günstiger.

Juni: Die Tage werden länger. Was sinkt, sind die Preise für Zelte, Klappstühle und weiteres Campingzubehör. Die Nachfrage ist groß und die Händler unterbieten sich gegenseitig.

Juli: Der alljährliche Sommerschlussverkauf wird eingeläutet: Modeläden wollen die Regale für die neue Saison frei räumen – und bieten zahlreiche Kleidungsstücke und Schuhe zum günstigen Preis an.

August: Rechtzeitig zum Höhepunkt der Grillsaison treiben die Händler die Preise für Fleisch und Grillkäse nach unten. Eltern dürfen sich über sinkende Preise von Schul- und Schreibwaren freuen.

September: Im Spätherbst beginnt die Weinlese, Trauben sind jetzt sehr günstig. Ähnlich sieht es bei Topfpflanzen aus.

Oktober: Lust auf eine Auszeit? Bei Frühbucherrabatten sollten Urlauber am besten jetzt noch möglichst schnell zuschlagen.

November: Kalender für das neue Jahr besorgen sich Kunden idealerweise schon jetzt, im Dezember werden diese nämlich teurer. Beim Spielzeug zeichnen sich zwei Trends ab: Während im Online-Handel die Preise wegen des nahenden Weihnachtsfestes in die Höhe schießen, bieten stationäre Händler ihre Spielwaren jetzt vergleichsweise günstig an. Dadurch sollen Käufer in die Läden gelockt werden.

Dezember: Nachdem auf den Automessen im Herbst die Neuheiten vorgestellt wurden, können sich Kunden über Rabatte bei den Auslauf-Modellen freuen. Auch bei Konsolen und anderer Unterhaltungselektronik sollte man jetzt zuschlagen. Hier liefern sich die Händler in der Adventszeit eine Preisschlacht.

„Die letzten drei bis vier Monate des Jahres bilden so etwas wie die Technik-Hochsaison: Vom Black Friday bis zu Neujahrs-Aktionen kann hier beträchtlich gespart werden“, fasst Sebastian Krichler zusammen. Fashion Sales begegneten einem dagegen im Jahresverlauf immer wieder – ebenso wie gute Leasing-Angebote. „Die Hersteller werden immer kreativer beim Austüfteln neuer, jahreszeitenunabhängiger Aktionen.“ 2020 sollen Schnäppchenjäger laut Krichler besonders zur Fußball-Europameisterschaft im Sommer die Augen offen halten. „Da werden einige Aktionen ins Leben gerufen werden.“

Kommentar

Ein Index für die Preisentwicklung

Das Statistische Bundesamt misst mit seinem Verbraucherpreisindex die durchschnittliche Preisentwicklung aller Waren und Dienstleistungen, die private Haushalte für Konsumzwecke kaufen, zum Beispiel Nahrungsmittel, Bekleidung und Kraftfahrzeuge, Mieten oder Reparaturen.

Ein internationaler Vergleich der Preisänderungen erfolgt durch den Harmonisierten Verbraucherpreisindex. Dieser wurde in der Europäischen Union entwickelt.