München / dpa Gericht entlässt den des Milliardenbetrugs beschuldigten Heinz Roth aus der Haft, weil er nicht wieder gesund werde.

Die Justiz verzichtet auf einen Strafprozess gegen den wegen der Skandalpleite der Münchner Containergesellschaft P&R beschuldigten mutmaßlichen Milliardenbetrüger Heinz Roth. Der 76 Jahre alte Unternehmensgründer sei wegen Krankheit verhandlungsunfähig, teilte das Landgericht München I mit. Es hob den Haftbefehl auf. Laut eines gerichtsärztlichen Gutachtens werde Roth nicht wieder gesund werden.

Roth ist die Schlüsselfigur des möglicherweise größten Betrugsfall der deutschen Nachkriegsgeschichte. P&R hatte 1,6 Mio. Container an 54 000 Anleger verkauft und anschließend in deren Auftrag vermietet. Die Vermietung und der anschließend versprochene Rückkauf der Container durch P&R sollte hohe Renditen bringen.

Nach derzeitigen Erkenntnissen hat es sich zu einem großen Teil um Luftbuchungen gehandelt: Knapp zwei Drittel der angeblich vermieteten 1,6 Mio. Container existierten gar nicht. Die Investoren der Containergesellschaft hatten zuletzt 3,5 Mrd. € gezahlt, der Schaden könnte zwischen 2,5 und 3 Mrd. € liegen.

Roth saß seit September 2018 in Untersuchungshaft. Die Staatsanwaltschaft hatte den ehemaligen Geschäftsmann im Januar für einen kleinen Teil dieser Fälle wegen Betrugsverdachts angeklagt. Sein vom Insolvenzverwalter in Beschlag genommenes ­Privatvermögen wird auf 12 bis 13 Mio. € geschätzt. dpa