Gütersloh / Studie zeigt einen Rückgang der Beschäftigung. Kurzarbeitergeld gibt es mangels Beiträgen nicht.

Minijobber sind besonders hart von der Corona-Krise betroffen, da sie keinen Anspruch auf Kurzarbeitergeld haben. Das zeigt eine Studie für die Bertelsmann-Stiftung. „Ohne das Sicherheitsnetz des Kurzarbeitergeldes erleiden sie als erste Einkommenseinbußen oder verlieren ihre Arbeit“, sagte der Vorstand der Stiftung, Jörg Dräger.

So ist die Beschäftigungsquote der Minijobber, die aus diesen Jobs ihren Haupterwerb bestreiten, im März bereits um 4,6 Prozent gegenüber Februar zurückgegangen. Da Minijobber keinen Beitrag zur Arbeitslosenversicherung zahlen, entfällt ihr Anspruch auf Kurzarbeitergeld.

Vorschlag: 250 Euro als Grenze

Um Krisen besser abfedern zu können, empfehlen die Studienautoren, die Schwelle für Minijobs von 450 auf 250 Euro zu senken. Dann müssten mehr Beschäftigte Sozialversicherungsbeiträge leisten, wären dadurch aber in Krisenzeiten besser abgesichert. Die Studie ist von der DIW Econ, einer Tochter des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), erstellt worden.

Der Niedriglohnsektor ist der Studie zufolge seit den 1990er Jahren um mehr als 60 Prozent gewachsen. Im Jahr 2018 verdienten mehr als ein Fünftel aller abhängig Beschäftigten (7,7 Millionen) weniger als 11,40 Euro brutto die Stunde.  dpa