Volkswagen setzt bei seiner Lkw- und Bustochter MAN Truck & Bus noch stärker den Rotstift an als erwartet. Weltweit sollen bis zu 9500 Stellen wegfallen, wie das Unternehmen mitteilte. Das wäre mehr als jeder vierte Job in dem Unternehmen, das zuletzt deutlich rote Zahlen schrieb. Bis 2023 soll so eine Ergebnisverbesserung von rund 1,8 Milliarden Euro erreicht werden. Wie viele der knapp 20 000 Arbeitsplätze in Deutschland betroffen sind, blieb zunächst offen.

„Wir stehen vor großen Herausforderungen durch den technologischen Wandel – bei Digitalisierung, Automatisierung und alternativen Antrieben“, sagte MAN-Chef Andreas Tostmann. „Wir brauchen deshalb eine Neuaufstellung von MAN Truck & Bus, um deutlich innovativer, digitaler und nachhaltig profitabler zu werden.“ Dem könnten auch ganze Standorte etwa im österreichischen Steyr mit 2200 Mitarbeitern und Betriebe in Plauen (Sachsen) und Wittlich (Rheinland-Pfalz) mit 140 beziehungsweise 80 Mitarbeitern zum Opfer fallen.

Von Betriebsrat und Gewerkschaft kommt scharfer Gegenwind: „Es kann nicht sein, dass Stellenabbau und Standortschließungen die einzigen Lösungsansätze sind, die dem Vorstand einfallen“, sagte der Betriebsratsvorsitzende Saki Stimoniaris.

Die Branche ist derzeit hart von der Corona-Krise getroffen: Speditionen und andere Kunden überlegen mehr als einmal, ob sie hohe Investitionen in Lkw und Busse schultern können. dpa