Frankfurt / Rolf Obertreis Die Rahmenvereinbarung verlangt den Kauf von bis zu 80 neuen verbrauchsarmen Flugzeugen bis 2023.

Die Stellenstreichungen bei Airbus würden ohne das Lufthansa-Rettungspaket der Bundesregierung vermutlich noch drastischer ausfallen. In der Rahmenvereinbarung ist festgehalten, dass die Lufthansa ihrer „umweltpolitischen und ökologischen Verantwortung“ weiter nachkommen wird. Deshalb werde es „insbesondere die emissionsreduzierende Erneuerung seiner Flotte trotz der gegenwärtigen Lage fortsetzen“.

Konkret heißt das: Von 2021 bis 2023 wird die Lufthansa in bis zu 80 neue, verbrauchs- und damit emissionsärmere Flugzeuge investieren. Da die Lufthansa rund zwei Drittel ihrer neuen Jets generell bei Airbus kauft – in diesem Fall wären es knapp 55 – stützt das vor allem den europäischen Flugzeugbauer und auch die Werke in Deutschland.

Der Effekt dürfte sogar noch größer sein, da vor allem Kurz- und Mittelstreckenmaschinen vom Typ Airbus A 320neo und A 321neo und Langstreckenjets vom Typ Airbus A 350 geordert wurden. Der jüngste A 350-900 mit der Registrierung D AIXQ und dem Namen Freiburg wird an diesem Donnerstag vom Airbus-Werk in Toulouse nach München geflogen und in den nächsten Tagen in Dienst gestellt.

Laut der Rahmenvereinbarung beabsichtigt die Lufthansa vorbehaltlich der „wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit und der Markt­entwicklung“ keine weiteren Stornierungen, sondern nur „Modifikationen“ von Flugzeugbestellungen. Lufthansa-Chef Carsten Spohr hatte das nach Unterzeichnung der Vereinbarung und auf der außerordentlichen Hauptversammlung letzte Woche präzisiert. Danach seien derzeit bei keinem Hersteller – also vor allem Airbus und an zweiter Stelle Boeing – Stornierungen geplant.

„Wir glauben, die nötige Flexibilität komplett über Verschiebungen erreichen zu können,“ sagte Spohr. Für den drei Milliarden Euro schweren Hilfskredit der Staatsbank KfW im Rahmen des Rettungsprogramms muss die Lufthansa als Sicherheit im Übrigen 330 Jets „hinterlegen“. Rolf Obertreis