Frankfurt/Main / Rolf Obertreis Die neue Chefin sieht trotz der Probleme für deutsche Sparer derzeit keinen Spielraum für Erhöhungen.

Christine Lagarde, die seit November amtierende neue Präsidentin der Europäischen Zentralbank (EZB), macht deutschen Sparern und Banken keine Hoffnung auf in absehbarer Zeit steigende Zinsen. Sie sei durchaus besorgt wegen der niedrigen Zinsen, weil sie niedriges Wachstum bedeuteten. „Ich hätte gerne höhere Zinsen und höheres Wachstum. Aber diese Situation haben wir nicht“, sagte sie am Donnerstag nach der ersten Ratssitzung im neuen Jahr. Den Leitzins belassen die Notenbanker weiter bei null, der Einlagezins für Banken bleibt weiter mit minus 0,5 Prozent negativ. Und die EZB kauft weiter jeden Monat Anleihen im Volumen von 20 Mrd. €. Das wird sich nach Angaben von Lagarde erst ändern, wenn sich die Inflation nachhaltig dem EZB-Ziel von knapp unter 2 Prozent nähert. Das ist derzeit nicht absehbar.

Im Dezember lag die Inflation im Euroraum bei 1,3 Prozent, im gesamten Jahr 2019 bei 1,2 Prozent. Auf diesem Niveau werde sie sich auch in den nächsten Monaten bewegen. Für 2020 erwartet die EZB eine Rate von 1,1 Prozent, bis 2022 soll sie auf 1,6 Prozent steigen.

Einen Rat für deutsche Sparer habe sie nicht, sagte Lagarde: „Ich bin kein Finanzberater. Deutschland hat exzellente Kreditinstitute und die haben sicher gute Vorschläge.“ Rolf Obertreis