Berlin / Aufsichtsrat ist noch nicht mit Details des Staatseinstiegs vertraut.Cockpit befürchtet Massenentlassung.

Die Rettung der Lufthansa verzögert sich. Zwar steht seit Mittwoch der politische Rahmen für Kredite und Staatseinstieg, doch der Aufsichtsrat des Konzerns konnte sich am Freitag nicht mit Details befassen und deshalb auch nicht die für Kapitalmaßnahmen notwendige außerordentliche Hauptversammlung einberufen. Für die gilt laut Lufthansa eine Ladungsfrist von vier Wochen.

Die Kabinengewerkschaft Ufo vermisst Vorgaben zur Beschäftigungssicherung. „Da hat die Lufthansa jetzt freie Hand“, sagte Ufo-Geschäftsführer Nicoley Baublies. Der Umgang mit den 1400 Beschäftigten der Teilgesellschaft Germanwings zeige die Härte, mit der das Unternehmen nun vorgehen werde.

Man sei auf einem „sehr guten und konstruktiven Weg“, sagte ein Lufthansa-Sprecher. Keinen Kommentar wollten er und Ministerien in Berlin zu Informationen des „Handelsblatts“ abgeben, dass es zu Meinungsverschiedenheiten über die künftige Abnahme von Airbus-Jets gekommen sein soll, für die sich der Bund stark gemacht haben soll.

Während Kritiker fehlende Öko-Auflagen und mangelnden Arbeitnehmerschutz monierten, feilten die Beamten in Berliner Ministerien an den technischen und rechtlichen Details der ersten großen Staatsbeteiligung an einem Unternehmen in der Corona-Krise. Die Entscheidung fällt im Lenkungsausschuss des staatlichen Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WSF).

„Green Deal“ berücksichtigen

Dabei sind EU-Vorgaben zu berücksichtigen, Brüssel soll dem Plan schließlich zustimmen. So darf eine Beteiligung nur vorübergehend sein, der Staat muss eine „Exit-Strategie“ entwickeln. Dazu kommt, dass in den Beihilfe-Regeln auch der Klimaschutz eine Rolle spielt, die EU will ihren „Green Deal“ abgebildet sehen.

Für das Lufthansa-Paket bedeutet das konkret: Wie kann die Flottenerneuerung hin zu umweltfreundlicheren Flugzeugen in einem deutlich geschrumpften Unternehmen fortgesetzt werden? Und muss nach dem Vorbild der ebenfalls staatlich geretteten Air France auf lukrative Inlandsflüge verzichtet werden? dpa