Stuttgart / dpa Regierung in Stuttgart beschließt neues Berechnungsmodell. Bund der Steuerzahler droht bereits mit Musterklage.

Baden-Württemberg hat ein eigenes Modell zur Berechnung der Grundsteuer auf den Weg gebracht. Das Kabinett beschloss am Dienstag ein „modifiziertes Bodenwertmodell“. Es sieht vor, dass die Grundstücksfläche und der „Bodenrichtwert“ die Grundlage für die künftige Berechnung der Steuer sein sollen. „Uns war wichtig, Wohnen nicht zu verteuern“, sagte Finanzministerin Edith Sitzmann (Grüne). Nach dem neuen System soll die Grundsteuer ab 2025 berechnet werden. Die Grundsteuer zahlt jeder Hausbesitzer.

Der Bund hatte Ende 2019 ein neues Grundsteuer-Gesetz beschlossen. In das Bundesmodell fließen neben Grundstücksfläche und Bodenrichtwert auch noch Immobilienart, Nettokaltmiete, Gebäudefläche und Gebäudealter mit ein. Dafür konnten sich Grüne und CDU in Baden-Württemberg aber nicht begeistern. Die Länder können vom Bundesmodell abweichen, wenn sie eigene Gesetze verabschieden.

Der Bund der Steuerzahler warnt: „Wenn dieses Konzept Realität wird, werden künftig die Besitzer eines kleinen Häuschens genauso viel Grundsteuer bezahlen wie die Besitzer einer großzügigen Villa auf einem Grundstück gleicher Größe in gleicher Lage.“ Für den Fall, dass das Gesetz Realität werde, kündigte der Steuerzahlerbund eine Musterklage an. dpa