Hannover / dpa Marktführer will künftig auf den Zusatz von Soja verzichten. Von der EU gibt es dafür eine Ausnahmegenehmigung.

Geflügelfleisch-Marktführer Wiesenhof will Insektenmehl an seine Tiere verfüttern und so den Sojaanteil im Futter senken. „Unser Ziel ist es, künftig auf den Zusatz von Soja in unserem Geflügelfutter so weit wie möglich zu verzichten“, sagte der Chef des Wiesenhof-Mutterkonzerns PHW, Peter Wesjohann.

In Protein aus Insekten sehe das Unternehmen eine geeignete Alternative. Bisher ist die Nutzung von Insektenmehl im Tierfutter wegen EU-Vorgaben aus der Zeit der BSE-Krise um die Jahrtausendwende untersagt. Über seinen kanadischen Partner Enterra beantragte PHW daher bei der EU­Kommission eine Zulassung von Insektenmehl in Geflügel- und Schweinefutter.

Als alternative Energiequelle für das Geflügel soll die Soldatenfliege herhalten: Deren Larven zieht das Unternehmen Enterra auf Nahrungsabfällen auf. Die Insekten wandeln die Nährstoffe des Abfalls in Eiweiß und Fett um und werden dann gemahlen. „Aus zwei Kilogramm Lebensmittelabfall können wir ein Kilogramm Insektenmehl gewinnen.“ PHW arbeitet seit August 2018 mit Enterra zusammen.

Der Anbau von Soja ist vor dem Hintergrund großflächiger Rodungen im Regenwald Südamerikas in die Kritik geraten. Alleine die PHW-Gruppe verfüttert derzeit pro Jahr 240 000 Tonnen Sojaschrot an Hähnchen. dpa