Berlin / Neuer Chef der Wirtschaftsweisen und Minister Altmaier erwarten Szenario wie nach der Finanzkrise 2008.

Auf den steilen Einbruch der Wirtschaftsleistung in der Corona-Krise folgt auch eine steile Erholung – ein solches V-Szenario ist nach Einschätzung des Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung derzeit am wahrscheinlichsten. „Viel hängt am Ende auch davon ab, dass wir schnell wieder aus der Krise herauskommen“, sagte der neue Vorsitzende der Wirtschaftsweisen, Lars Feld, nach Beratungen mit Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU). Dieser forderte, die Perspektive eines neuen Aufschwungs nach der Krise nicht aus den Augen zu verlieren. Feld segte: „Wenn der Shutdown sieben Wochen andauert und die Erholung fünf Wochen, dann landen wir etwa in der Größenordnung des Einbruchs den wir in der Finanzkrise hatten.“

Das V-Szenario symbolisiert einen steilen Abwärtstrend, der sich nach dem Tiefpunkt rasch und in ähnliche Höhe wieder aufwärts bewegt. Bei einem U ist die Talsohle, bis de Wirtschaft wieder anzieht, länger. Ein L-Szenario – ein Einbruch ohne absehbares Ende der Talsohle – ist nach Einschätzung Felds wenig wahrscheinlich. Das Münchener Ifo­-Institut hatte zuvor Berechnungen vorgelegt, wonach die deutsche Wirtschaft um 7,2 bis 20,6 Prozentpunkte schrumpfe. Das entspreche Kosten von 255 bis 729 Mrd. €. afp