Frankfurt/Main / Rolf Obertreis Der Dax steigt vorübergehend auf ein Rekordhoch. Viele Experten erwarten weiter steigende Kurse.

Jubelschreie bei den Händlern gibt es nicht, aber natürlich aufgehellte Mienen. Seit Tagen hatte sich ein neues Allzeithoch im Dax angedeutet. Zuletzt hatte die Furcht vor einer Ausbreitung des Coronavirus über China hinaus Investoren vorsichtig agieren lassen. Am Mittwochmorgen ist diese Angst verflogen: Der Dax steigt zum Handelsauftakt auf 13 601 und in der ersten Stunde bis auf 13 640 Punkte, rutscht allerdings später deutlich ab. Die Aussichten bleiben nach Ansicht von Experten gleichwohl gut: China und die USA haben sich im Handelsstreit angenähert, die Konjunktur könnte weltweit wieder etwas mehr Fahrt aufnehmen und die Zentralbanken werden die Zinsen weiter im Keller halten.

Als wichtigsten Grund für die gute Entwicklung nennt Martin Lück, Chef-Anlagestratege des weltgrößten Vermögensverwalters BlackRock in Deutschland, die Zentralbanken. 2018 hätten sie mit Andeutungen auf bevorstehende Zinserhöhungen für die deutliche Talfahrt der Kurse gesorgt, mit dem Schwenk im Frühjahr 2019 für die starke Bergfahrt auch im Dax mit einem Plus von 25 Prozent. „Auch 2020 werden die Notenbanken die Zinsen nicht erhöhen. Damit stehen die Börsenampeln auf Grün.“ Auch das Wachstum werde sich stabilisieren und damit die Gewinne der Unternehmen wieder nach vorne bringen, was die Kurse stütze, sagt Lück.

Ein Unsicherheitsfaktor 2020, so der erfahrene BlackRock-Stratege, die Präsidentenwahl in den USA. Er verweist auch auf die Unberechenbarkeit des Präsidenten. Auch wenn die Briten zum 31. Januar die EU verlassen, sei dieses Thema noch nicht durch. Möglicherweise kommt es, sagt Lück, zu einer Verlängerung der Übergangsphase. Dies und weitere geopolitische Unsicherheiten könnten die Stimmung an der Börse drücken. Rolf Obertreis

Kommentar

Der Höhenflug des deutschen Leitindex