Tesla-Chef Elon Musk wird in dieser Woche auf Stippvisite nach Deutschland kommen. Außer nach Berlin und Grünheide, wo der US-Milliardär vom Sommer nächsten Jahres an rund 500 000 Fahrzeuge pro Jahr produzieren will, zieht es Musk nach Tübingen zum Impfstoffentwickler Curevac, wie er auf Twitter ankündigte. „Tesla baut als Nebenprojekt RNA-Mikrofabriken für Curevac und möglicherweise andere“, erklärte Musk.

Die Idee der Mikrofabriken stammt allerdings nicht von Tesla. Bereits vor anderthalb Jahren hat die Tübinger Biotech-Firma einen Prototypen entwickelt, mit dem sich überall und schnell Impfstoffe herstellen lassen. Ziel sei es, die mobilen Geräte in der Größe eines Autos, so genannte mRNA-Printer, in Infektionsgebiete zu bringen, um dort Impfstoffe herstellen zu können, sagte ein Curevac-Sprecher auf Anfrage dieser Zeitung. Dazu kooperierte Curevac mit dem rhein­land-pfälzischen Unternehmen Grohmann (Prüm), einem Spezialisten für hochautomatisierte Produktionssysteme.

Den Maschinenbauer hat Tesla im Jahr 2017 übernommen. Dem Zukauf war eine Zusammenarbeit an Teslas Model 3 vorausgegangenen. Das Tübinger Biotech-Unternehmen gehört im Wettlauf um die Entwicklung eines Impfstoffes gegen Covid-19 zu den Hoffnungsträgern. amb