Stuttgart / Roland Muschel Baden-Württembergs Wirtschaftsministerin flankiert Joint Venture-Pläne von Daimler politisch.

In einem Brief an Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier macht sich Baden-Württembergs Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut (beide CDU) für eine staatliche Förderung des von der Daimler Truck AG und der Volvo Group vereinbarten Joint Ventures im Bereich Brennstoffzellentechnologie stark.

„Ich sehe in dem Vorhaben eine große Chance für Deutschland, Wertschöpfung und Arbeitsplätze in einer der automobilen Zukunftstechnologien im Land aufzubauen und zu etablieren“, wirbt Hoffmeister-Kraut in dem Schreiben, das dieser Zeitung vorliegt, um Hilfen des Bundes. Gerade angesichts der Transformation der Branche „wäre dies ein wichtiger Meilenstein“.

Als Ansatz für eine staatliche Förderung käme eine europäische Initiative für Wasserstofftechnologien in Frage, die den EU-Staaten die Unterstützung von pan-euro­päischen, strategischen Investitionsprojekten mit nationalen Haushaltsmitteln erlaubt. Wie die Batteriezellentechnologie müsse die Bundesregierung auch die europäische Initiative für Wasserstoff für Deutschland zum Erfolg führen, schreibt Hoffmeister-Kraut. „Der Aufbau einer Brennstoffzellen-Großserienproduktion mit dem angekündigten Joint Venture der Daimler Truck AG und der Volvo Group könnte zu einem Schlüsselelement in diesem Vorhaben werden.“

Die Daimler Truck AG und Volvo Group haben im April Pläne für ein Joint Venture bekanntgegeben. Ziel der Zusammenarbeit ist die serienreife Entwicklung und Produktion von Brennstoffzellensystemen für den Einsatz in schweren Nutzfahrzeugen, aber auch für Bereiche wie den Antrieb von Notstromaggregaten in Rechenzentren.

Daimler will konzernweit alle seine derzeitigen Aktivitäten im Bereich Brennstoffzelle in dem Joint Venture bündeln. Für die mögliche Ansiedlung einer Brennstoffzellenproduktion prüft Daimler auch einen Standort in Baden-Württemberg. Im Hintergrund laufen dazu bereits Gespräche mit der Landesregierung.

Die Bundesregierung arbeitet derzeit an einer Wasserstoffstrategie. Ursprünglich war für den 27. Mai 2020 eine Kabinettsentscheidung angekündigt worden, der Termin ist wegen strittiger Punkte innerhalb der Koalition aber verschoben worden. Die Landesregierung will bis Jahresende eine Wasserstoff-Roadmap für Baden-Württemberg vorlegen.

Roland Muschel