Mitarbeiter der Deutschen Bahn sind keiner erhöhten Corona-Gefahr ausgesetzt. Das hat eine Studie der Charité und der Bahn ergeben, bei der rund 1100 Fernverkehrs-Schaffner sowie Beschäftigte ohne Kundenkontakt getestet wurden. „Wir können voller Überzeugung sagen: Bahnfahren ist sicher“, sagte Personenverkehrsvorstand Berthold Huber am Mittwoch in Berlin.

In der Untersuchung wurden 600 Zugbegleiter von Fernzügen getestet und die Ergebnisse mit denen von 400 Lokführern und Werkstatt-Mitarbeitern verglichen. Nur ein Werksmitarbeiter wurde positiv auf Corona, 20 wurden positiv auf Antikörper getestet. Schaffner waren sogar weniger betroffen als Beschäftigte mit wenig Kundenkontakt. Im Oktober und Februar nächsten Jahres soll es weitere Tests geben.

„Das lässt keine direkte Schlussfolgerung auf das Risiko für Fahrgäste zu“, sagte DB-Personalvorstand Martin Seiler. Die Bahn habe aber keine Erkenntnisse dafür, „dass Menschen in unseren Zügen einer höheren Gefahr ausgesetzt sind“. Die Studie habe gezeigt, betonte Seiler, „dass wir die richtigen Schutzmaßnahmen unternommen haben“.

Ein wesentlicher Baustein zur Minimierung der Ansteckungsgefahr in Zügen seien die Klimaanlagen, erläuterte Personenverkehrsvorstand Huber. „Klimaanlagen sind nicht Teil des Problems, sondern Teil der Lösung. Sie verhindern das Risiko, sich anzustecken.“ Sie tragen dazu bei, dass die Luft im Zug alle sieben Minuten vollständig ausgetauscht wird.

Die Bahn hat noch weitere Maßnahmen ergriffen, die dem Gesundheitsschutz dienen sollen. Pro Fernzug wird ein Wagon von der Reservierungspflicht ausgenommen, um dorthin Passagiere zu verteilen. Außerdem zeigt der Navigator bei einer Auslastung von 50 Prozent dies an. Bahnkunden können damit erkennen, welcher Zug besonders voll ist und auf einen anderen umsteigen. Von einer Reservierungspflicht hält die Bahn nichts. „Wir wollen die Flexibilität beibehalten und keinesfalls Kapazität entziehen“, sagte Huber. dot

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