Studentenbuden sind schwer zu finden und ein teurer Spaß, gerade in beliebten Universitätsstädten wie München, Stuttgart oder Berlin. Da überlegen manche Eltern, für den hoffnungsvollen Nachwuchs eine Wohnung zu kaufen und dies möglichst auch noch bei der Steuer abzusetzen. Das könnte vom nächsten Jahr an einfacher werden. Dies ist ein Punkt aus den zahlreichen Neuregelungen, die das Jahressteuergesetz 2020 bringen soll – wie jedes Jahr ein buntes Sammelsurium aus kleinen und großen Plänen. Spannend sind im Gesetzentwurf für die Änderungen, die 2021 in Kraft treten sollen, außerdem Erleichterungen für kleine und mittelständische Unternehmen.

Dass Finanzminister Olaf Scholz (SPD) die Versteuerung von Mieten anpackt, ist unter anderem Corona geschuldet: Mancher Hausbesitzer erlässt finanziell klammen Mietern monatliche Zahlungen oder reduziert sie. Die Kosten der Immobilie können aber bisher nur dann bei der Steuer voll angesetzt werden, wenn die Miete mindestens 66 Prozent der ortsüblichen Vergleichsmiete beträgt. Entscheidend ist die Warmmiete, wobei meist der örtliche Mietspiegel herangezogen wird. Ist es weniger, werden sie nur prozentual berücksichtigt.

Dieser Anteil soll nun auf 50 Prozent der Vergleichsmiete gesenkt werden. Liegt die Miete zwischen 50 und 66 Prozent, wird eine Prognose angestellt, ob der Vermieter tatsächlich Einkünfte erzielen will. Dies ist der Erfahrung geschuldet, dass es immer wieder Fälle gibt, in denen das Mietverhältnis schon seit Jahrzehnten besteht, die Miete aber nie erhöht wurde und sie daher deutlich unter dem Ortsüblichen liegt. Das soll bei der Steuer nicht so schnell zum Nachteil sein.

Von dieser Regelung profitieren auch alle, die an Verwandte für wenig Geld vermieten, egal ob Kinder, Eltern oder andere. Voraussetzung ist allerdings immer, dass ein schriftlicher Mietvertrag abgeschlossen und tatsächlich die Miete gezahlt wird – per Überweisung und nicht bar. Zudem darf das Geld nicht gleich wieder zurückwandern. Das prüft das Finanzamt genau.

Nun ist einerseits keiner gezwungen, nur wegen der Steuer Miete zu verlangen. Geschieht dies nicht, muss kein „geldwerter Vorteil“ versteuert werden. Nur in seltenen Fällen dürfte dies das Finanzamt als Schenkung ansehen und Schenkungsteuer verlangen. Andererseits können dann aber auch keine Kosten bei der Steuer abgesetzt werden. Die können erheblich sein, wenn nicht nur Laufendes wie Heizung oder Wasser anfällt, sondern auch Kreditzinsen und die Abschreibung. Steuerlich interessant wird das Ganze nur, wenn die Kosten höher sind als die Miete, also ein Verlust entsteht, und sei es wegen der Abschreibung, die erst einmal nur auf dem Papier steht.

Keinen Sinn macht die offizielle Vermietung an Verwandte, wenn unterm Strich ein Gewinn herauskommt, denn dafür müsste der Eigentümer Steuern zahlen. Daher gilt es, genau zu rechnen und darauf zu achten, die Regeln einzuhalten, um nicht am Ende draufzuzahlen. Da ist es sinnvoll, frühzeitig einen Steuerberater oder Lohnsteuerhilfeverein um Hilfe zu bitten.

Vorteil für Mittelständler

Von der zweiten Reform profitieren Handwerker, Selbständige und kleine Unternehmer, die investieren wollen. Planen sie größere Anschaffungen von beweglichen Wirtschaftsgütern, also etwa von Maschinen, können sie schon bisher im Jahr zuvor bis zu 40 Prozent der voraussichtlichen Kosten von der Steuer absetzen. Längerfristig spart das keine Steuern, sie müssen nur später gezahlt werden. Aber es erhöht kurzfristig die liquiden Mittel. Möglicherweise müssen sie kein Darlehen aufnehmen.

Bisher war die Voraussetzung, dass der Gewinn maximal 100 000 Euro beträgt. Zudem gab es Obergrenzen bei Betriebsvermögen. Das soll jetzt vereinfacht werden: Die Gewinngrenze wird auf 150 000 Euro erhöht, die anderen Voraussetzungen gestrichen. Zudem dürfen 50 Prozent der voraussichtlichen Kosten abgesetzt werden, und das Wirtschaftsgut, beispielsweise ein Auto, muss nur noch zu 50 Prozent betrieblich genutzt werden. Bisher liegt die Grenze bei 90 Prozent.

Pauschale Steuer auf Freifahrten


Soldaten können die Züge der Deutschen Bahn seit Anfang dieses Jahres auch für Privatfahrten kostenlos nutzen. Ab 2021 müssen sie das nicht mehr selbst als „geldwerten Vorteil“ versteuern. Die Bundeswehr kann dafür pauschal 25 Prozent Steuer zahlen. Das gehört zu den zahlreichen Neuregelungen, die im Jahressteuergesetz 2020 geplant sind.

Zahlt der Arbeitgeber einen Zuschuss zum Kurzarbeitergeld, so soll dies bis Ende 2021 steuerfrei bleiben. Das ist ein weiterer Punkt des Gesetzes, mit dem ein Beschluss des Koalitionsausschusses umgesetzt wird. dik