Wer wegen der Corona­-Pandemie in Kurzarbeit geschickt wurde, kann bis Ende 2021 Kurzarbeitergeld bekommen. Die Bezugsdauer wird von normalerweise 12 auf bis zu 24 Monate verlängert. Das gilt auch für die Aufstockung des Lohns auf bis zu 87 Prozent ab dem siebten Monat. Das Bundeskabinett brachte am Mittwoch die nötigen Änderungen von Gesetzen und Verordnungen auf den Weg, wie es der Koalitionsausschuss vereinbart hatte. Die Kurzarbeit sei die „stabilste Brücke über ein tiefes wirtschaftliches Tal“, sagte Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) im ARD-Morgenmagazin.

Voraussetzung für die Verlängerung ist, dass der Betrieb die Kurzarbeit bis Ende 2020 begonnen hat. Auch Leiharbeiter haben Anspruch darauf, wenn ihre Kurzarbeit vor dem 31. März 2021 startet. Die Arbeitgeber bekommen die Beiträge zur Sozialversicherung in der ersten Jahreshälfte 2021 noch komplett erstattet, in der zweiten zur Hälfte. Heil will die Kurzarbeit zudem zum „Weg in die Zukunft“ machen: Er führt mehr Anreize ein, damit der Arbeitsausfall für Weiterbildung genutzt wird.

Die gesamten Maßnahmen kosten die Bundesagentur für Arbeit (BA) etwa 5 Milliarden Euro zusätzlich, schätzt das Ministerium. Weil zeitweise bis zu 6 Millionen Arbeitnehmer in Kurzarbeit waren, reichen schon für die bisherige Regelung die Reserven der BA nicht aus. Insgesamt braucht sie jetzt 2020 und 2021 vom Bund knapp 11 Milliarden Euro zusätzlich, erwartet der Arbeitgeberverband BDA. Denn der Beitragssatz von aktuell 2,4 Prozent soll nicht erhöht werden. Der arbeitsmarktpolitische Sprecher der Union, Peter Weiß, rechnet damit, dass der Bund der BA das Geld als Zuschuss überweist und nicht als Darlehen, das sie zurückzahlen müsste.

Die Wirtschaft atmete auf: Die Verlängerung sei ein entscheidender Beitrag, so viele Beschäftigte wie möglich zu halten, hieß es bei den Arbeitgebern der Metallindustrie. Dieter Keller