Berlin / dpa Stau nach dem Lockdown: Händler sollen mehr Elektroschrott annehmen und dies deutlich bewerben.

Der Präsident des Umweltbundesamtes, Dirk Messner, fordert bessere Möglichkeiten für das Recycling von Elektroschrott: „Es braucht ein verbrauchernahes Netz mit deutlich mehr Sammel- und Rücknahmestellen als heute. Man könnte etwa die Rücknahmepflicht auf zusätzliche Geschäfte im Einzelhandel ausweiten.“ Zudem sollten Händler verpflichtet werden, Rückgabemöglichkeiten deutlich besser zu bewerben.

2018 seien rund 853 000 Ton­nen Elektroaltgeräte gesammelt worden, sagte Messner. Das entspreche einer Sammelquote von 43,1 Prozent: „Damit verfehlt Deutschland die EU-Vorgaben zwar nur leicht, die bei 45 Prozent liegen.“ Aber für 2019 liege die EU-Quote schon bei 65 Prozent. „Und davon ist Deutschland meilenweit entfernt.“

Zuletzt hatte der Bundesverband für Sekundärrohstoffe und Entsorgung einen Anstieg bei der Entsorgung von Elektroschrott seit Ende des Corona-Lockdown beobachtet. Verglichen mit dem gleichen Zeitraum 2019 sei die entsorgte Menge an Elektrogeräten um 20 bis 30 Prozent angewachsen, sagte der Vorsitzende Bernhard Jehle. Besonders dort, wo viele Wertstoffhöfe coronabedingt geschlossen hatten, komme nun besonders viel Elektroschrott an, der zwischenzeitlich wohl zu Hause gelagert worden sei. Hintergrund seien häusliche Aufräumaktionen. dpa