Berlin / Dieter Keller Schon 2022 soll Siemens die ersten von 30 zusätzlichen Schnellzügen für Tempo 320 liefern. Kosten: 1 Milliarde Euro.

Für 1 Milliarde Euro hat die Deutsche Bahn (DB) 30 zusätzliche ICE bestellt, die mit Tempo 320 auf Hochgeschwindigkeitsstrecken wie Frankfurt–Köln, München–Berlin und Stuttgart–Paris fahren sollen. Die ersten sollen bereits Ende 2022 in Betrieb gehen, die letzten 2026, kündigte DB-Chef Richard Lutz an. Damit solle das Angebot im Fernverkehr nach der Corona-Zeit weiter ausgebaut werden. Das nötige Geld kommt vom Bund als Eigentümer.

Damit die Züge schnell auf die Schiene kommen, liefert Siemens eine Fortentwicklung des bewährten ICE 3, der auch in zahlreichen anderen Ländern bereits fährt. Nur so war es möglich, dass nach der Ausschreibung im Dezember jetzt schon der Auftrag vergeben werden konnte: Der Zug muss nicht völlig neu konstruiert werden. Der noch neuere ICE 4 ist nur für Tempo 250 ausgelegt.

Für die neuen ICE verspricht die DB deutlich besseren Mobilfunkempfang: Erstmals werden mobilfunkdurchlässige Fenster eingebaut. Bisher sind sie mit einer dünnen Metallschicht versehen, die Sonnenstrahlung abhält, aber auch die Mobilfunksignale. Daneben verspricht die Bahn mehr Platz für Familien und Kinder sowie Fahrradstellplätze in jedem Zug. Ein neuer Lift soll Menschen mit Behinderungen ein besseres und schnelleres Einsteigen ermöglichen. Dieter Keller